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Eishockey

Hannover: Die Play-Offs der Oberliga

Der NP-Check vor Beginn der Play-offs heute in der Eishockey-Oberliga Nord: Im Derby zwischen den Indians und den Wedemark Scorpions ist das Team vom Pferdeturm Favorit. Ebenfalls favorisiert: die Hannover Scorpions,
die gegen Timmendorf ran müssen.

So planen Indians den Derby-Sieg

Hannover. 32 Spiele, 26 Siege – dass es für die Hannover Indians so gut laufen würde, war vor der Saison nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Doch jetzt startet das Team von Trainer Peter Willmann als Liga-Erster in die Play-offs. „Wir haben die ganze Saison konstant gespielt“, sagt Indians-Geschäftsführer David Sulkovsky, „das ist unsere Stärke. Wenn wir diese Stärke mit reinnehmen in die Play-offs, werden wir die Serie gewinnen.“
Vier Siege gegen die Wedemark Scorpions müssen zum Weiterkommen her. Der erste soll heute Abend (20 Uhr) am Pferdeturm gelingen. Trainer Willmann: „Das ist das erste Spiel. Da ist es wichtig, dass wir volle Pulle rauskommen!“ Doch Sulkovsky
 warnt: „Die Wedemärker haben sich gut verstärkt.“

Das sieht auch sein Trainer so: „Das ist nicht mehr die gleiche Mannschaft wie zu Beginn der Saison.“ Er glaubt an eine kämpferische Serie: „Das wird ein Battle.“
In der Hauptrunde hatte sein Team durch mannschaftliche Geschlossenheit und 
große Moral überzeugt. Vor allem beeindruckte die Offensive um Christoph Koziol (25 Tore), André Gerartz (36 Tore) und Oliver Duris (27 Tore). Dazu scheint sich die Verpflichtung von Robert Hock auszuzahlen, der zuletzt ansteigende Form zeigte. Nicht immer sattelfest zeigte sich die Abwehr. Aber mit Boris Ackers haben die Indians einen der besten Keeper der Liga im Tor. Ein weiterer Trumpf: Auf heimischem Eis sind die Indians noch ungeschlagen.

NP-Tipp: Die Indians werden sich aufgrund ihrer Klasse im S-Bahn-Derby mit 4:1 durchsetzen.

So gehen die 
Scorpions
 nicht baden

Mit dem EHC Timmendorfer Strand hat der Titelverteidiger in der ersten Runde einen unangenehmen Gegner 
erwischt. „Sie waren letztes Jahr mit fast der gleichen Mannschaft Vize-Meister“, warnt Trainer Lenny Soccio. Trotzdem gehen seine Hannover Scorpions 
heute (19.30 Uhr) als Favorit in ihre Viertelfinalserie. Schließlich haben sie die Hauptrunde als Tabellenzweiter abgeschlossen, Timmendorf als Siebter. „Wir dürfen nicht mit Überheblichkeit reingehen, sondern müssen bereit sein, unser Spiel zu spielen“, fordert der Trainer, „wir wissen, was wir können.“

Das ist eine Menge. Die Mannschaft hat alle Möglichkeiten, in dieser Saison ganz weit zu kommen – und mit den Routiniers Andreas Morczinietz (27 Tore, 45 Vorlagen) und Sebastian
Lehmann (30 Tore, 40 Vorlagen) zwei Topscorer der Nord-Staffel in ihren Reihen. Der kanadische Angreifer Britt Ouellette blüht nach der Verpflichtung von Landsmann Darcy Vaillancourt richtig auf. Defensiv sind die Scorpions das Nonplusultra der Liga, sie kassierten in 32 Spielen nur 75 Tore. Die Routiniers Danny Reiss und Jan Hemmes sorgen für Ruhe. Mit Dennis Korff und Jimmy Hertel hat der deutsche Meister von 2010 ein überragendes Torhüter-Duo zur Verfügung.

Und: Soccios Mannschaft ist fast komplett einsatzbereit. „Wir sind so weit fit, bis auf einen Spieler“, sagt Soccio. Dabei handelt es sich um Verteidiger Marvin Knauf, der mit einer Schulterverletzung passen muss.
NP-Tipp: In der regulären Saison gewannen die Scorpions alle vier Spiele gegen das Team aus Schleswig-Holstein. Auch in der ersten Play-off-Runde sollte Timmendorf für die Soccio-Truppe kein ernsthaftes Problem werden. Mit 4:1 Siegen erreicht die Mannschaft aus Langenhagen das Halbfinale.

Wedemark gibt noch nicht auf

Eric Haselbacher, Manager der Wedemark Scorpions, gibt für die erste Play-off-Runde gegen die Hannover Indians eine einfache Losung aus: „Wir müssen kämpfen, kämpfen, kämpfen.“ Nur fünf Siege in der regulären Saison, davon gerade mal einer im heimischen Ice-House – für sein Team war die erste Saison in der Oberliga schwierig. Dank der Insolvenz der Ritter Nordhorn ist das Team trotzdem direkt in die Play-offs gerutscht.

Aber die Scorpions haben sich gemacht: Mit acht Neuzugängen und zehn Abgängen sind die Wedemärker gegenüber dem Saisonbeginn nicht mehr wiederzuerkennen, was sich zuletzt in besseren Leistungen niederschlug – auch im letzten Derby gegen die Indians. Dennoch setzen die Scorpions auf ihren Status als Underdog. Die Play-offs „fangen bei null an“, sagt Trainer Friedhelm Bögelsack.

Personell hat sein Team nur eine große Sorge: Der Kanadier Michael Budd fällt wegen seiner Sperre nach einem „Blind-Side-Hit“ im letzten Derby die ersten beiden Spiele aus. Im Tor wird wohl Lukas Müller (nach überstandener Adduktorenzerrung) stehen. Richtig heiß macht Bögelsack seine Truppe übrigens mit dem Song „Erfolg ist kein Glück“ von Rapper Kontra K. Darin heißt es: „Erfolg ist kein Glück, sondern das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen.“

NP-Tipp: Fürs Weiterkommen reichts nicht. Aber an einem guten Tag können sie die Indians ärgern.

von Jens Wilke und Christian Franke


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