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MACHT DEN ABFLUG: Hannover-Handballer Csaba Szücs im Zweikampf mit Flensburgs Rasmus Lauge.

MACHT DEN ABFLUG: Hannover-Handballer Csaba Szücs im Zweikampf mit Flensburgs Rasmus Lauge.
© Fotos: Bergmann

Recken

Wird sein Abgang zum Abstieg?

Eigentlich ist Csaba Szücs keiner, den die Emotionen so leicht übermannen. Aber am Mittwoch war er schon berührt, als Recken-Geschäftsführer Benjamin Chatton ihn nach dem letzten Heimspiel der Saison verabschiedete. Kein Wunder: Nach sechs Jahren bei der TSV Hannover-Burgdorf ist Schluss. Er wechselt zum Bergischen HC. Szücs sagt Tschüss! Doch ein Spiel steht noch an für seine Recken – am Sonnabend (16 Uhr) beim Bergischen HC. Und das wird doppelt emotional: Es ist das letzte Spiel für Szücs als Hannover-Handballer – und sein Noch-Club kann sein Bald-Team in die zweite Liga befördern.

Hannover. Wem er während des Spiels die Daumen drückt? Erst mal Stille nach der Frage. „Ich bin froh, dass ich nicht spielen muss“, sagt der Rückraum-Riese (2,03 Me­ter). Das wohl einzig Gute an seiner langen Verletzung. Szücs hat in dieser Saison kein einziges Pflichtspiel für die Recken bestritten. Achillessehnenteilriss während der Vorbereitung vor rund einem Jahr. Szücs war gut drauf, doch nach der OP hat er sich bis jetzt nicht vollständig erholt. Immer wieder gab’s Rückschläge, mittlerweile immerhin Lauftraining.

Sein Abschied ist ein Neuanfang. „Ich freue mich einfach drauf, nach einem Jahr Verletzung wieder anfangen zu können. Ich will endlich wieder Handball spielen, in der Halle rumturnen, statt immer nur im Kraftraum zu sein. Der BHC ist eine neue Herausforderung, eine neue Aufgabe. Der Wechsel ist ein Schnitt“, sagt Szücs.

Die Vorfreude überwiegt, auch wenn die Recken und Hannover ihm am Herzen liegen. Für immer. „Ich hatte sechs tolle Jahre hier. Ich weiß noch, dass ich an einem Freitag in Hannover angekommen bin – und mir 20 Leute aus dem Fanclub beim Einzug geholfen haben“, erinnert sich Szücs. Sechs Jahre mit vielen Höhepunkten. Der größte: „Meine Tochter ist hier geboren. In ihrem Pass steht Hannover als Geburtsort, ich werde immer mit Hannover verbunden bleiben. Ich habe viele tolle Sachen erlebt, die Stadt kennengelernt, das werde ich schon vermissen.“ Auch sportlich lief’s: „Die Quali für Europa war natürlich ein Höhepunkt, das Auswärtsspiel mit 250 unserer Fans in Schaffhausen, die tollen Spiele in der Tui-Arena, der Sieg im ersten Jahr gegen die Rhein-Neckar Löwen. Ich verbinde so viel mit Hannover.“

Und Hannover verbindet viel mit Szücs. „Er ist ein Spieler, der die Menschen um sich besser macht“, sagt Recken-Trainer Jens Bürkle, „wenn er gesund bleibt, ein Topspieler.“ Und auch menschlich eine Bereicherung: „Er hat immer einen Schalk im Nacken, ist ein Pfundskerl“, sagt Bürkle. In der Mannschaft war Szücs immer beliebt, ein Anführer – und fünf Jahre Kassenwart. „Ich habe in der Zeit be­stimmt 15 000 bis 17 000 Euro an Strafen verteilt“, sagt Szücs und lacht. Da ist er also, der Schalk im Nacken.

Seine Noch-Mitspieler können ihm am Sonnabend aber richtig wehtun: Der BHC steht auf einem Abstiegsplatz, nur ein Sieg gegen die Recken könnte ihn retten. Szücs war immer ein Anführer – Rücksicht kann er von seinen Recken diesmal trotzdem nicht erwarten.

Von Jonas Szemkus


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