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RÜCKRAUM-RIESE: Der Este Mait Patrail hat sich bei einem Länderspiel an der linken Wade verletzt. Die Diagnose steht aus.© Sielski

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Recken

Sorgen um Patrail

Das schmerzt: Während eine Handvoll Recken sich auf die heute beginnende WM vorbereitet, trat Mait Patrail mit der estnischen Nationalmannschaft in der Qualifikation zur EM 2020 gegen den Kosovo an. Über den 27:23-Sieg am Sonntag konnte sich Hannovers Rückraum-Riese nur wenig freuen. Patrail verletzte sich während des Spiels an der linken Wade. Wie schlimm, ist noch unklar.

Hannover. Gestern ging es der Wade schon „deutlich besser“ als die Tage zuvor, wie Patrail der NP sagte. Der 28-Jährige reiste gestern Abend zurück nach Hannover. Heute schaut sich Recken-Mannschaftsarzt Marcus Schönaich die malade Wade an. Dann gibt’s auch eine offizielle Diagnose.

Den Recken liegt zwar ein Arzt-Bericht aus Patrails Heimat vor, „aber der ist auf Estnisch, den verstehen wir schlecht“, sagt Trainer Jens Bürkle. „Es könnte ein kleiner Riss im Muskel sein, meinen die Ärzte“, sagt Patrail. Im besten Fall ist es doch nur eine Zerrung, dann ist die Ausfallzeit absehbar, bei einem Faserriss kann die Heilung mehrere Wochen dauern. So oder so findet Bürkle es „ärgerlich“.
Patrail hatte sich schon zu Saisonbeginn einen Finger ausgekugelt und fehlte später wegen Rückenschmerzen.

Die Recken hatten Mitte September auf die vielen Verletzungen im Rückraum (Patrail, Sven-Sören Christophersen, Csaba Szücs) reagiert und den Dänen Kasper Kisum nachverpflichtet. Doch Kisum ist schon wieder weg. „Die Wege haben sich getrennt“, bestätigt Bürkle auf Nachfrage, „wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es für beide Seiten mehr Sinn macht.“ Der bis Sommer geltende Vertrag wurde zum 31. Dezember aufgelöst.
Die Personalie Kisum war „kein Missverständnis“, betont Bürkle, „aber es war schwer für ihn“, gibt der Trainer zu. Kisum war zwar „hilfreich“ und eine „Entlastung“, vor allem im Training, Spielzeit bekam er jedoch kaum. Seine magere Bilanz: 13 Einsätze, zwei Tore – in einer Phase, in der der 35:27-Sieg gegen Aufsteiger Minden längst eingetütet war.

Seit der Rückkehr von Patrail und Christophersen fand sich Kisum immer häufiger dauerhaft auf der Bank wieder. Die Trennung war nur logisch.

Bleibt noch das Sorgenkind Szücs. Der Slowake hatte sich in der Saisonvorbereitung schwer verletzt (Teilriss der Achillessehne). Er befindet sich im individuellen Aufbautraining, der Zeitpunkt für seine Rückkehr ist aber ungewiss. „Es wird sich zeigen“, so Bürkle, „ich hoffe, dass er diese Saison noch Spiele macht.“ Auch Szücs’ vertragliche Zukunft ist ungewiss, im Sommer läuft sein Kontrakt aus.


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