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AUSGELASSEN: Die Sieger-Recken drehten sich nach dem Erfolg gegen Minden schön im Kreis und hüpften wild herum – ein Tänzchen der Erleichterung.   © Petrow

Handball

Recken nach drei Pleiten zurück in der Spur

Die Recken können es doch noch: Nach zuletzt drei Niederlagen in Serie gewannen Hannovers Handballer am Sonntag deutlich gegen Aufsteiger GWD Minden.

Hannover. Warum nicht immer so? Befreit vom Druck tanzten die Recken am Sonntagabend ausgelassen ihre Kreis-Choreografie. 35:27-Sieg gegen GWD Minden – der erste Erfolg nach drei bitteren und zum Teil peinlichen Pleiten in Serie. Die Fans in der Swiss-Life-Hall hatten endlich mal wieder Grund zum Feiern. Und Trainer Jens Bürkle, am Freitag 36 Jahre alt geworden, freute sich über das nachträgliche Geburtstagsgeschenk: „Dieser Sieg war Gold wert.“
Zumal die Recken kurzfristig einen weiteren Ausfall verkraften mussten. Neben den Langzeitverletzten Csaba Szücs und Sven-Sören Christophersen sowie Casper Mortensen fehlte gestern auch Morten Olsen. Der Däne hatte sich im Abschlusstraining eine Zerrung im hinteren rechten Oberschenkel zugezogen. Dazu gingen mehrere Spieler angeschlagen in die Partie. Olsens Spielmacherrolle übernahm zum Großteil Mait Patrail. „Er hat das gut gemacht“, lobte Recken-Manager Benjamin Chatton, der sich „am Frühstückstisch überlegt“ hatte, „wer denn heute ein gutes Spiel machen sollte“. Er lag richtig mit seiner Prophezeiung.

Doch zunächst schwang Patrail den Taktstock ohne durchschlagenden Erfolg. Die Recken lagen zwar nie in Rückstand, auf mehr als zwei Tore konnten sie sich aber nicht absetzen. Nach etwa 20 Minuten schlichen sich dann die ersten Fehler bei den Gästen ein. Die Recken zogen von 10:9 auf 15:9 davon. „Da waren wir frech, mutig, haben Fallen gestellt“, so Bürkle. Und Minden tappte hinein. „Wir haben es Hannover ein bisschen zu leicht gemacht“, kritisierte Ex-Recken-Trainer Frank Carstens sein Team. „Wir haben nicht inspiriert dagegengehalten und das Spiel hergeschenkt.“
Die Recken nahmen dankbar an, sorgten aber selber dafür, dass es es nach drei Rumpel-Spielen wie geschmiert lief. Besonders im Gegenstoß ließ Hannover kaum was liegen. Zur Pause (18:11) war das Spiel praktisch entschieden.
Die Recken warfen sich den Frust von der Seele. Ersatz-Kreisläufer Dominik Kalafut erzielte sein erstes Bundesliga-Tor. Und selbst Nachverpflichtung Kasper Kisum netzte zweimal ein – seine ersten Recken-Tore. Beim 31:20 sah es nach einem Rekordsieg aus. Letzte Saison hatten die Recken gegen Eisenach mit zwölf Toren gewonnen – ihr bislang höchster Sieg der Bundesliga-Geschichte. Die Bestmarke verlor Hannover aber in der Schlussphase aus den Augen – geschenkt! „Wir hatten nach den drei Niederlagen eine besondere Drucksituation, alle waren angespannt“, sagte Siebenfach-Schütze Fabian Böhm, der zusammen mit Lars Lehnhoff die meisten Tore erzielte. „Aber wir haben mit Härte und Intensität gezeigt, dass wir unbedingt gewinnen wollten.“
Diese Härte werden die Recken auch am Mittwoch brauchen – bei Rekordmeister Kiel.

Von Simon Lange


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