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Kraftvoll: Kreisläufer Ilja Brozovic von den Recken (rechts, im Test gegen Magdeburg) ist ein echter Brocken.

Kraftvoll: Kreisläufer Ilja Brozovic von den Recken (rechts, im Test gegen Magdeburg) ist ein echter Brocken.
© Team zur Nieden

Handball

Recke Brozovic hängt sich rein

Der Kroate Ilija Brozovic ist die neue Nummer eins am Kreis bei den Recken. Der Ex-Kieler fühlt sich in Hannover wohl. Und er träumt von der Heim-EM.

Hannover. Ilija Brozovic ist in Hannover schon nach vier Wochen angekommen. Und dazu bedarf es gar nicht vieler Worte des kroatischen Handballers. „Es gefällt mir gut“, sagt der 26-Jährige, der seit Juli zum Kader des Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf gehört. Und den Beweis dazu liefert er auf dem Parkett mit den Recken. Er bekam in den insgesamt acht Testspielen reichlich Einsatzzeit, das Zusammenspiel mit den Kollegen klappte schon recht gut – und Brozovic hatte auch eine ordentliche Trefferquote.

Von den drei Kreisläufern im Recken-Kader hat er derzeit knapp die Nase vor Evgeni Pevnov und Dominik Kalafut. Die Konkurrenz zu beiden ist fair und freundschaftlich, betont der Kroate: „Wir ha­ben ein gutes Verhältnis.“

Natürlich half es dem Neuzugang bei der Eingewöhnung, dass er die Bundesliga kennt. Brozovic kam vor zwei Jahren aus seiner Heimat nach Deutschland, den ersten Vertrag unterschrieb er beim HSV Hamburg. Nach der Insolvenz der Hanseaten im Januar 2016 holte ihn der THW Kiel, und beim Rekordmeister spielte der Kroate immerhin eineinhalb Jahre lang. Doch dort hatte er mit Patrick Wiencek und Rene Toft Hansen so leistungsstarke Kollegen am Kreis, dass die eigene Einsatzzeit begrenzt war.

„Kiel ist ein absolutes Topteam mit vielen großen Spielern“, lobt Brozovic den früheren Arbeitgeber. Aber er lässt ein Kompliment für seinen aktuellen Club folgen. „Wir können gute Ergebnisse erreichen“, sagt der Kroate, ohne sich auf einen Tabellenplatz festlegen zu lassen, und ergänzt, dass es im Trainingsbetrieb gar nicht so viele Unterschiede zwischen den Kieler „Zebras“ und den Recken aus Hannover gebe. „Das ist Profihandball, Deutschland hat die beste Liga der Welt“, sagt er. In seiner Heimat seien maximal zwei Clubs in der Lage, auf internationalem Niveau zu spielen: „Die anderen kroatischen Ligateams greifen dann schon auf Junioren zurück.“

Zum Alltag eines Erstligahandballers gehört auch das tägliche Training teilweise mit mehreren Einheiten. Da blieb für Brozovic zum Erkunden bisher wenig Zeit. „Ich kenne noch nicht so viele Seiten und Sehenswürdigkeiten von Hannover“, sagt er. Wohl fühlt er sich in seiner Wohnung in der List. „Die Umgebung ist schön grün und vor allem ruhig“, sagt er. Ideal zum Krafttanken für die bevorstehenden Pflichtspiele – die ersten bestreiten Brozovic und die Kollegen am Wo­chenende im DHB-Pokal.

Durch gute Leistungen bei den Recken und mehr Einsatzzeit als zuletzt will er sich wieder für die Nationalmannschaft empfehlen. 2016 bei Olympia in Rio war er dabei, da kam das Aus im Viertelfinale. Bei der WM in Frankreich fehlte er, aber auch da reichte es nicht zu Edelmetall für die Kroaten. Der dritte Anlauf aufs Siegertreppchen soll bei der EM 2018 klappen – im eigenen Land, Das Ziel Heim-EM spornt Brozovic gewaltig an: „Natürlich wäre es eine große Sache, wenn ich da mitspielen könnte.“

Von Carsten Schmidt


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