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Handball

Nordmeyer verlässt die Recken

Trainer-Beben bei den Handball-Recken: Christopher Nordmeyer hört am Saisonende trotz eines bis 2016 laufenden Vertrags bei der TSV Hannover-Burgdorf auf. Nach viereinhalb Jahren überwiegend erfolgreicher Zusammenarbeit ist im Sommer Schluss.

Hannover/Burgdorf. Die überraschende Nachricht teilte der Verein gestern Nachmittag schriftlich mit. Demnach geht Nordmeyer freiwillig. In den vergangenen Wochen habe er sich die Frage gestellt, „ob ich noch der richtige Trainer für den Verein bin“, und konnte sie „nicht mehr eindeutig mit Ja beantworten“. Die TSV „hat es verdient, vom absolut richtigen Trainer geführt zu werden“, so Nordmeyer (47) weiter: „Daher ist meine Entscheidung, fernab von jeglichen nostalgischen Gefühlen, die beste.“

Mit ihm geht auch sein Bruder und Ko-Trainer Alexander Grah. Der Entschluss habe „nichts mit der sportlichen Situation und dem schwankenden Saisonverlauf zu tun“, so Nordmeyer. Die Recken waren mit dem Ziel Europa angetreten, befinden sich aber immer noch im Abstiegkampf. Die Mannschaft wurde gestern vor dem Training über den Abgang informiert. Die Spieler reagierten überrascht, vor allem über den Zeitpunkt. Geschäftsführer Benjamin Chatton, der ein professionelles Verhältnis – nicht mehr, nicht weniger – zu Nordmeyer pflegt, „respektiert die Entscheidung von Christopher“. Er bedankte sich „ausdrücklich für die geleistete Arbeit“ und bedauerte die Entscheidung.

Nordmeyer davon abzuhalten oder ihn umzustimmen, kam für Chatton jedoch nicht in Betracht: „Wenn einer eine solche Entscheidung trifft, bringt es nichts, ihn umzustimmen. Wir haben offen miteinander gesprochen.“ Die Recken hatten erst im Dezember 2014 vorzeitig den ursprünglich bis 2015 laufenden Trainer-Vertrag bis 2016 verlängert. Der Deutsch- und Sportlehrer der Lutherschule hatte sich immer wieder für seinen Traumjob Bundesliga-Trainer vom Schuldienst beurlauben lassen.

Eine Rückkehr ins Schulamt ist erst ab 2016 möglich. Nordmeyer wird vermutlich noch von den Recken weiterbezahlt, wenn auch eingeschränkt. „Wir lassen ihn nicht fallen“, so Chatton, der „so schnell wie möglich“ einen Nachfolger finden will. Eine interne Lösung mit Jugendkoordinator Heidmar Felixson „ist unwahrscheinlich“. Chatton will ein Duo mit Bundesliga-Trainer-Erfahrung.


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