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GUT DRAUF: Recken-TrainerChristopher Nordmeyer mitMaskottchen Hektor nach demHeimsieg gegen Wetzlar vorzweieinhalb Wochen.Foto: Petrow

GUT DRAUF: Recken-Trainer Christopher Nordmeyer mit Maskottchen Hektor nach dem Heimsieg gegen Wetzlar vor zweieinhalb Wochen.© Florian Petrow

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NP-Interview

Nordmeyer: "Ich komme als Fan wieder"

Mittwoch (20.15 Uhr, Swiss-Life-Hall) spielt der THW Kiel in Hannover und kann mit einem Sieg wieder Meister werden. Sport 1 überträgt live, die Partie ist ausverkauft. Es ist das letzte Heimspiel für den scheidenden Recken-Trainer Christopher Nordmeyer. Das Abschieds-Interview mit dem 47-Jährigen.

Sie sagen, dass Sie ohne große Gefühle in ihr letztes Heimspiel gehen. So ganz glauben wir Ihnen das nicht ...
Mit der Entscheidung, die ich getroffen habe, habe ich abgeschlossen. Es gibt nichts anderes als das Spiel. Es gibt nur diese Aufgabe. Alles andere ist im Vorfeld geklärt. Ich werde nicht noch mal den Mittelkreis küssen oder Ähnliches tun, um mich persönlich zu verabschieden (lacht). Es zählt nur das Spiel.

Sie gehen aber im Reinen?
Ja, absolut.

Wird es wenigstens ein paar Abschiedsworte an die Fans übers Hallenmikro nach dem Spiel geben?
Das ist wohl bisher nicht geplant.

Sehen wir Sie in der kommenden Saison trotzdem in der Halle wieder? Auf der Tribüne?
Ich komme auf jeden Fall als Fan wieder. Ich bleibe Teil der TSV-Familie. Ich freue mich, die Mannschaft auch im nächsten Jahr zu sehen und hoffe auf große Erfolge. Da werde ich mitfiebern, ohne Frage.

Was geht für die Recken in der nächsten Saison?
Das hängt auch davon ab, wie wenig Verletzte wir haben werden. Große Vereine können das besser kompensieren als wir. Ich glaube, dass es durchaus möglich ist, weiter vorzustoßen. Ich kann mir auch immer vorstellen, dass man einen Europapokalplatz erreicht. Das ist natürlich eine schwere Aufgabe. Ich sehe in Jens Bürkle aber einen hervorragenden Trainer. Das mit mir war ja vor viereinhalb Jahren ein Schuss ins Blaue. Da wusste man ja nicht, was man bekommt. Jetzt holt man den Trainer der Saison der zweiten Liga, der selber Bundesliga-Erfahrung als Spieler hat. Das sind sehr gute Voraussetzungen.

Wenn Sie die Jahre zurückblicken, wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus? Haben Sie alles erreicht, was Sie wollten?
Als Trainer sollte man nie zufrieden sein mit dem, was man erreicht hat. Wir haben ja, als wir Sechster geworden sind, sogar unsere Vorstellungen übertroffen. Das war für uns, für den Verein die perfekte Saison. Aber wir wären gerne mal ins Pokal-Final-Four gekommen. Das hätte ich gerne erreicht. Das ist nicht gelungen. Obwohl wir einige Male gute Voraussetzungen hatten. Ansonsten: Wir haben alle Mannschaften der Bundesliga einmal schlagen können ...

Bis auf eine ...
... den THW Kiel. Vielleicht schaffen wir ja noch, dieses Ziel gemeinsam zu erreichen im letzten Heimspiel. Alles in allem: Für mich und für die TSV Hannover-Burgdorf war es eine tolle Zeit. Dass wir mal europäisch spielen, hat ja niemand für möglich gehalten. Aber die Entwicklung ist noch nicht zu Ende. Da geht noch mehr.

Was werden Sie vermissen?
Die tolle Atmosphäre in der Swiss-Life-Hall. Die Arbeit mit der Mannschaft. Der Druck, der einem nicht immer leichtfiel, war auch immer Antrieb. Das wird mir auch fehlen. Die vielen tollen Leute, andere Spieler, andere Trainer. Das umsetzen zu können, was man sich handballerisch vorstellt. Das sind alles Dinge, die ich vermissen werde. Aber das wusste ich ja, als ich mich für den Rücktritt entschieden habe.

Es gab Stimmen im Umfeld, dass Sie nach der Saison ohnehin auf der Kippe standen. Sind Sie mit dem Rücktritt dem zuvorgekommen?
Es war mir wichtig, dass ich meine Entscheidung treffe. Und die hat keine Ursache in irgendwelchen Animositäten. Das war eine Entscheidung von innen heraus. Ich kann der Mannschaft nur danken für die tolle Zeit und ihr für die Zukunft nur das Beste wünschen.

Ist eine Rückkehr als Trainer, auch unterklassig, denkbar?
Wenn ich jetzt Zeit mit der Familie verbringen will, dann aber noch zweimal die Woche abends Training habe und am Wochenende ein Spiel - das entspricht im Moment nicht meiner Lebensplanung.

Ab 2016 treten Sie wieder in den Lehrer-Job ein?
Das ist noch nicht genau geplant. Jetzt freue ich mich erst mal auf den Urlaub.


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