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Recken halten lange mit

Kiel am Ende eine Nummer zu groß

Die Recken hielten am Mittwochabend lange mit, spielten teilweise sogar besser als das Star-Ensemble von der Förde. Am Ende aber musste die TSV Hannover-Burgdorf  sich dem THW Kiel doch geschlagen geben.

Kiel. VON SIMON LANGE
Sie standen wieder mit nichts in der Hand da. 13.  Bundesliga-Spiel gegen Kiel – 13. Niederlage für die Recken. 33:29 für den Meister – klingt souverän, war es aber keineswegs. 50 Minuten hatten die Recken den THW am Rande einer Niederlage. Die Sensation war für das Team von Jens Bürkle zum Greifen nah. „Aber in den letzten zehn Minuten hat uns das Glück gefehlt, wir treffen nur Pfosten oder Latte, Kiel bekommt die Abpraller und hatte es leicht“, haderte Hannovers überragender Spielmacher Morten Olsen hinterher.

Mitte zweite Halbzeit: Die Recken waren gerade richtig heiß gelaufen. Olsen packte einen Schlagwurf nach dem anderen aus, bediente seine Mitspieler, machte die Kiel-Abwehr lächerlich. Mit einem 4:0-Lauf setzte sich die TSV Hannover-Burgdorf mit 21:18 (42. Minute) ab. Die Recken hatten Meister Kiel im Griff. THW-Kiel Coach Alfred Gislason nahm genervt eine Auszeit. Seinem Team drohte die erste Heimpleite seit 2012 (!). Doch eine Fehlentscheidung der Schiedsrichter brachte Kiel wieder ins Spiel. Kreisläufer Erik Schmidt soll den Ball nicht ordnungsgemäß nach einer abgepfiffenen Aktion abgelegt haben. – Zweiminuten-Strafe. Da es schon seine dritte war, musste  Schmidt vom Feld. Ein Witz-Rot.  Vorne entbehrlich, fehlte der 2,04-Meter-Riese aber vor allem in der Abwehr. Für Kiel taten sich plötzlich Lücken auf. Und der Rekordmeister nutzte sie eiskalt. Patrail und Olsen ballerten die Recken zwar zum 23:19. Doch Kiel robbte sich nach und nach an Hannover ran. Ausgleich zum 27:27, dann die Führung zum 28:27 (54.). Jetzt nahm Bürkle die Auszeit – es half nichts mehr. Kiel war wieder im Spiel, auch weil die Deckung wieder funktionierte. Der Rest war Routine für den Champion.

14:13 hatten die Recken zur Pause geführt, verteidigten besser und aggressiver. Und fanden im Angriff die richtigen Lösungen. Die Olsen-Bande blieb fast fehlerfrei. Hannover, dass in der zweiten Hälfte auf den Einsatz von Sven-Sören Christophersen verzichtete, der zweimal einen Ball an den Kopf bekam, verpasste es jedoch schon nach den ersten 30 Minuten mit drei, vier Toren zu führen. „Die Luft hat uns hinten raus gefehlt“, bemängelte Manager Benjamin Chatton.
Was er positiv fand: „Dass die Mannschaft frustriert aus der Halle gegangen ist. Sie wusste, dass heute ein Sieg drin war.“
Aber, so Chatton, „wenn man vor dem Sektregal steht, sollte man auch zugreifen, damit man die Korken knallen lassen kann.“


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