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Im Trainingslager: Kreislauf-Talent Dominik Kalafut (links) teilt sich das Zimmer in Barsinghausen mit Torwart Malte Semisch.

Im Trainingslager: Kreislauf-Talent Dominik Kalafut (links) teilt sich das Zimmer in Barsinghausen mit Torwart Malte Semisch.
© Petrow

Talent der TSV Hannover-Burgdorf

Kalafut zurück im Kreis der Recken

Dominik Kalafut ist keiner, der große Reden schwingt. Ein typischer Friese eben. Das 22 Jahre alte Kreislauftalent hat trotzdem Großes vor in Hannover – auch, wenn ihm zwei neue Kreislauf-Kollegen vor die Nase gesetzt wurden.

Barsinghausen. Im Trainingslager in Barsinghausen teilt sich Kalafut das Zimmer mit Torwart Malte Se­misch. „Er schnarcht, ich bin heute Morgen schon zu Rossmann gegangen und habe mir Ohropax gekauft“, sagt Semisch und lacht. Kein Wunder, Kalafut ist 1,95 Meter groß und 120 Kilo schwer. Eine echte Kante. Mit 18 Jahren wechselte der heute 22-Jährige, der in Varel das Handballspielen lernte, nach Hannover. Erst Jugendteam, dann Reserve, immer wieder Training bei den Profis und die eine oder andere Bundesliga-Minute.

In der vergangenen Hinrunde schlug seine große Stunde. Weil Ex-Kreislaufkollege Joakim Hykkerud mit einer Schwächephase kämpfte und Erik Schmidt seine Stärken eher in der Abwehr hat, war Kalafut plötzlich Option Nummer eins im Angriff. „Das erste Bundesliga-Tor gegen Minden, das war etwas ganz Besonderes. Das habe ich mir öfter mal angeguckt im Nachhinein“, erinnert sich Kalafut, „ich war einfach richtig gut drauf. Das war perfektes Timing. So viel zu spielen, das war einfach ein gutes Gefühl.“

Aber eines, das nicht lange anhielt. Die Achillessehne machte Probleme: „Nach ein paar Wochen Reha bin ich wieder ins Training eingestiegen. Aber nach zwei, drei Einheiten hat es wieder angefangen wehzutun.“ So sehr, dass Kalafut monatelang pausieren musste. Er kämpfte sich zurück, doch ganz fit war er lange nicht. Zuletzt, zum Start der Vorbereitung, setze ihn eine Mandelentzündung außer Gefecht. Die ist überwunden. Kalafut will wieder angreifen. In Barsinghausen trainierte er zum ersten Mal in der Vorbereitung mit.

Seine „Konkurrenten“ auf der Kreisläufer-Position sind jetzt andere: Schmidt und Hykkerud sind keine Recken mehr, dafür wurden Evgeni Pevnov und Ilija Brozovic geholt. „Natürlich war ich ein bisschen niedergeschlagen, als das klar war. Ich will ja möglichst viel spielen“, sagt Kalafut, „aber an meiner Situation hat sich unterm Strich nichts geändert. Ich bin dritter Kreisläufer, war ich vorher auch. Als junger Spieler muss ich sowieso immer Gas geben. Ich muss zeigen, dass ich will, und mich durchsetzen.“

Dafür stellt er vieles hintenan: „Handballprofi zu sein, war immer mein Traum. Nach dem Training relaxe ich gerne, ma­che außerdem viel mit meiner Freundin, lerne für mein BWL-Studium. Da bleibt nicht viel Zeit für Hobbys.“ Alles für den Traum, denn: „Dieser Sport ist einfach geil!“

Von Jonas Szemkus


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