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GRUPPEN-BILD: Die Reckenlernten bei United, wie Rollstuhl-Basketball funktioniert. Fotos: Petrow

Die Recken lernten bei United, wie Rollstuhl-Basketball funktioniert.© Florian Petrow

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Handball

Im Rollstuhl: Recken trainieren mit United

Die Recken der TSV Hannover-Burgdorf haben am Dienstag mit Spielern des Rollstuhl-Bundesligisten Hannover United trainiert.

Hannover. „Ohhhh! Ahhhh! Neeeeeinnn! Jaaaa!“ Die Ausrufe der Handball-Recken waren ziemlich einsilbig beim Training - aber Beleg für leidenschaftlichen Einsatz. Der Ball war ein bisschen größer und das Ziel ein bisschen höher als sonst. Basketball statt Handball. Und zwar im Rollstuhl. Die TSV Hannover-Burgdorf absolvierte am Dienstag mit Spielern von Rollstuhl-Bundesligist Hannover United eine Probe-Einheit.

Initiiert schon in der vergangenen Saison vom ehemaligen Trainer Christopher Nordmeyer, umgesetzt vom aktuellen Coach Jens Bürkle jetzt in der Länderspielpause.

„Eine tolle Sache. Und eine gute Gelegenheit für meine Jungs, mal die Birne freizukriegen“ nach zwölf Liga-Spielen „innerhalb kürzester Zeit“, erklärte Bürkle.

Spaß-Training als Recken-Therapie. Während Erik Schmidt, Csaba Szücs, Joakim Hykkerud, Mait Patrail und Runar Karason bei ihren Nationalteams schwitzen, kam am Vormittag der Rest der Recken in der Halle der Akademie des Sports neben der Swiss-Life-Hall ins Rollen.

Mit dem Ball können sie alle gut umgehen. Schwierig war der Stuhl. Bremsen, drehen, fahren, dribbeln, „Stuhl und Ball zu koordinieren - das ist schon kompliziert“, weiß U25-Nationalspielerin Andrea Seyrl, die mit Jan Sadler und Trainer Martin Kluck den Recken die Grundlagen beibrachte.

„Megacool und superspaßig“ fand Recke Kai Häfner die Einheit. „Ich dachte, das wird ein richtiges Gewürge. Aber es ging erstaunlich gut.“ Auch wenn der eine oder andere Spieler im Eifer des Gefechts aus dem Stuhl plumpste.

Die Recken brüllten, lachten, flachsten. Kickten sich gegenseitig mit den Rollstühlen - so gelöst hat man sie lange nicht gesehen. „Eine schöne Abwechslung“, meinte Torwart Martin Ziemer.

„Manchmal würde ich mir wünschen, meine Spieler würden auch beim Handball-Training so viel lachen“, sagte Bürkle nachdenklich. Sein Motto: „Quäl dich, aber hab Spaß dabei.“

Was Bürkle und sein Team noch mitnehmen, ist „Bescheidenheit - und die Erinnerung, wie gut es uns eigentlich geht“.


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