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HAT BISS: Iker Romero jubelt bei der WM 2007 im Spanien-Trikot. 2015 beendete er seine aktive Karriere – und freut sich jetzt auf die erste Trainerstelle bei den Recken.

HAT BISS: Iker Romero jubelt bei der WM 2007 im Spanien-Trikot. 2015 beendete er seine aktive Karriere – und freut sich jetzt auf die erste Trainerstelle bei den Recken.
© dpa

Neuer Co-Trainer der Recken

Iker Romero will den Spaß zurückbringen

Er ist zwar ein Weltstar, bei den Recken geht Iker Romero (37) aber in die zweite Reihe: Der Weltmeister und Champions-League-Sieger wird neuer Co-Trainer. Der Spanier ist eine Frohnatur, hat richtig Lust auf seine erste Entscheider-Station. Mit uns spricht Romero über die Freundschaft zu Chefcoach Carlos Ortega, Druck – und er gibt ein Erfolgsversprechen ab.

Hannover.  

Für Sie ist es die erste Trainerstation. Wie groß ist die Vorfreude?

Ich zähle die Tage, bis es endlich losgeht mit der Vorbereitung. Ich habe hier die Chance in der besten Liga der Welt zu arbeiten, mit meinem Freund Carlos Ortega, bei einem Topverein wie Hannover! Ich hätte dumm sein müssen, da Nein zu sagen. Auf diesen Tag habe ich immer gewartet. Für mich war es eine leichte Entscheidung, dass ich das machen möchte.

Vor zwei Jahren haben Sie Ihre Spielerkarriere beendet. Was haben Sie denn seitdem gemacht?

Nach dem Karriereende habe ich drei, vier Monate ein bisschen Pause gemacht. Ich war vom Kopf her und körperlich einfach kaputt. Danach habe ich angefangen, als Teammanager bei der spanischen Nationalmannschaft zu arbeiten. Ich wollte in der Handball-Welt bleiben, und ich habe gemerkt, dass mir Trainersein richtig Spaß macht. Die letzten anderthalb Jahre habe ich in Spanien dann den Trainerschein gemacht.

Wird Ihnen die Spielerperspektive als Trainer helfen?

Wenn du ein guter Spieler warst, heißt das nicht, dass du auch sicher ein guter Trainer bist. Aber du kannst von diesen Erfahrungen profitieren. Ich bin auch besonders motiviert, in Hannover mit der Jugend zu arbeiten.

Das ist ja Ihre zweite Aufgabe: Den Recken-Nachwuchs mit zu verantworten.

Ich habe schon als Aktiver bei Barcelona und den Füchsen Berlin gemerkt, dass ich gerne mit jungen Spielern arbeite. Denen will ich mein Wissen weitergeben. Ich denke, da kann ich gute Arbeit leisten. Wichtig für die junge Spieler, aber jetzt auch für die erste Mannschaft ist: In schlechten Momenten müssen wir nicht nur an der Technik arbeiten, sondern auch daran, wie die Spieler mit Druck umgehen können. Spieler, vor allem junge, müssen verstehen: Sie müssen natürlich kämpfen, sie müssen natürlich hart arbeiten – aber sie müssen Handballspielen auch genießen. Das ist das Wichtigste. Ohne Spaß am Handball ist Talent nichts wert. Aber wenn du Spaß hast, machst du einen Schritt nach vorne.

Wer hat Sie eigentlich angesprochen, ob Sie nach Hannover kommen wollen?

Ich denke, zuerst haben Benjamin (Chatton, Recken-Geschäftsführer) und Carlos miteinander gesprochen, dass sie zusammenarbeiten wollen. Und Ortega hat mich dann angesprochen und wollte unbedingt, dass ich mitkomme. Ich habe ihm gesagt, dass ich natürlich mitwill, aber wir natürlich auch mit Benjamin sprechen müssen. (lacht) Das haben wir und dann hat es geklappt. Für mich ist das eine perfekte Mischung: Carlos hat Erfahrung, war zum Beispiel in Veszprem und weiß, wie es läuft. Ich habe zwar nicht die Erfahrung, aber ich habe den Willen, überall zu helfen. Das wird gut funktionieren. Wir sind Freunde, aber wir reden auch Klartext miteinander. Wir werden die Mannschaft richtig fordern.

Die vergangenen sechs Monate waren schwer für die Recken. Wie viel Psychologie gehört jetzt zu dem Neuanfang mit Ihnen beiden als Trainerteam?

Sechs Monate kein Sieg ist zu viel für die Köpfe der Spieler, na klar. Aber ich finde, ein Blickwinkel kann sich innerhalb eines Tages ändern: zum Guten oder zum Schlechten. Das ist alles der Kopf. Mit einem Monat Pause für die Spieler, neuem Trainer, neuer Saison, neuer Vorbereitung, ist es kein Problem. Natürlich werden die Spieler auch noch mal an die Rückrunde denken. Aber genau dafür sind Carlos und ich ja hier, um diese Arbeit zu machen. Ich muss auch sagen: Der letzte Trainer Jens Bürkle hat richtig gute Arbeit gemacht. Aber in der Rückrunde hat das nicht funktioniert. Trotzdem Respekt an ihn. Jetzt werden wir alle zusammen arbeiten, kämpfen, genießen. Wenn wir das machen, dann ist es gar nicht möglich, dass wir keinen Erfolg haben. Da bin ich 100 Prozent sicher!

Haben Sie eigentlich schon eine Wohnung in Hannover?

Meine Frau und ich haben uns drei Wohnungen angeguckt. Wir hoffen, dass alles klappt und es eine von denen wird. Weil ich bald für drei Wochen zurück nach Spanien muss, um meinen Trainerschein fertig zu machen. Und ich habe noch die letzte Prüfung für meinen Sportmaster vor mir. Danach geht’s zurück nach Hannover und dann ist hoffentlich alles fertig und der Fokus liegt nur noch auf den Recken

Von Jonas Szemkus


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