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ES BRAUCHT ZUSAMMENHALT: Die Recken Erik Schmidt, Runar Karason und Timo Kastening (von links) jubeln im Spiel am Mittwoch gegen Lemgo. Der erste Sieg in 2017 blieb aus – und morgen gibt’s beim Bergischen HC in Wuppertal im letzten Saisonspiel die letzte Chance.

ES BRAUCHT ZUSAMMENHALT: Die Recken Erik Schmidt, Runar Karason und Timo Kastening (von links) jubeln im Spiel am Mittwoch gegen Lemgo. Der erste Sieg in 2017 blieb aus – und morgen gibt’s beim Bergischen HC in Wuppertal im letzten Saisonspiel die letzte Chance.
 © Foto: Sielski

Handball

Hannover: Wer muss bei den Recken gehen?

Ein Saisonspiel noch, aber danach ist alles möglich. „Wir sehnen alle dem Ende der Saison herbei, so ehrlich muss man sein“, sagt Recken-Trainer Jens Bürkle.

Hannover. Kein Wunder bei 15 Spielen in Folge ohne Sieg. Einmal haben Hannovers Top-Handballer aber noch die Chance, zumindest mit einem Mini-Hoch aus der Saison zu gehen. Am Sonnabend (16 Uhr) gibt’s auswärts beim Bergischen HC in Wuppertal die letzte Chance auf den ersten Sieg in 2017: „Wir müssen einmal noch alles rauskramen, was das Kämpferherz hergibt“, fordert Bürkle: „Mentalität ist gefragt, die will ich sehen.“

Denn es ist eine Frage der Ehre für die Top-Handballer der TSV Hannover-Burgdorf. Die Horror-Bilanz in 2017 mit 13 Pleiten und zwei Unentschieden können die Recken zwar auch mit einem Sieg nicht vergessen machen. Aber zumindest mit einem besseren Gefühl in die Sommerpause gehen. „Wir haben diese eine Chance, noch mal etwas Positives mitzunehmen“, betont Bürkle. Danach werden die Verantwortlichen alles auf den Tisch legen, die Horror-Bilanz analysieren – und Konsequenzen ziehen. Denkbar ist eigentlich alles: Ein neuer Trainer für die kommende Saison, der Rauswurf von Spielern, weitere Verpflichtungen. So oder so: „Es ist gut, wenn alle nach dem Spiel ein bisschen weg kommen vom Handball, das können wir alle gut gebrauchen“, sagt Bürkle.

Aber bis zum Sommerurlaub ab Sonntag fordert er noch einmal volle Konzentration. Der Fokus liegt auf dem Bergischen HC: „Wir müssen uns gut vorbereiten, ohne völlig zu verkopfen.“ Nicht einfach, wenn die Negativ-Serie in allen Köpfen umherspukt. Das Team aus Wuppertal kämpft am letzten Spieltag derweil noch gegen den Abstieg. Das gibt Extra-Motivation. „Und ihre Stärke ist ihre Vielseitigkeit. Sie haben mehrere Abwehrsysteme, die dem Gegner auf den Nerv gehen, spielen die Sieben-gegen-Sechs-Taktik sehr gut. Da ist schon Qualität da, wir müssen viel investieren“, fordert Bürkle.

Und es geht auch um seinen Job. Recken-Geschäftsführer Benjamin Chatton stärkte seinem Trainer immer den Rücken. Doch nach 15 Sieglos-Spielen sind die Vertrauensbekundungen weniger geworden. „Dass der Wunsch nach Erfolg tief bei allen verankert ist, ist klar. Und dass wir momentan nicht nur nicht erfolgreich, sondern auch nicht gut Handball spielen, hat man gegen Lemgo gesehen“, sagte Chatton der NP, „gegen den BHC muss mehr Gegenwehr erkennbar sein.“

Die sportliche Kompetenz von Bürkle ist über alle Zweifel erhaben – aber im Profisport zählen eben vor allem Ergebnisse. Daran ändert auch die überragende Hinrunde nichts, an deren Ende die Recken auf Platz fünf standen. Denn das erklärte Saisonziel, das Erreichen der Top 10, können die Recken nicht mehr aus eigener Kraft erreichen. Gegen den BHC geht es zumindest um Schadensbegrenzung. Und um die Ehre!

Von Jonas Szemkus


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