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Ausgelassene Stimmung in der Tui-Arena: Die Recken feiern ihren Erfolg, die Flensburger blicken ratlos drein. Torwart Martin Ziemer (kleines Bild) hat großartig gehalten.

Ausgelassene Stimmung in der Tui-Arena: Die Recken feiern ihren Erfolg, die Flensburger blicken ratlos drein. Torwart Martin Ziemer (kleines Bild) hat großartig gehalten.
 © Foto: Petrow

Bundesliga

Handball-Recken besiegen Flensburg

Riesen-Party in der Tui-Arena: Die Bundesliga-Handballer der TSV Hannover-Burgdorf haben Vizemeister Flensburg mit 32:29 entzaubert.

Hannover. Licht aus, Spot an! Alles vorbereitet für die große Recken-Disko. Neuer Trainer, neue Stars, neue Heimspielstätte in der riesigen Tui-Arena, dazu ein großer Gegner mit Vizemeister Flensburg. Eine Nummer zu groß vielleicht? Mitnichten! Die TSV Hannover-Burgdorf hatte richtig Bock auf Party – und fertigte das Top-Team kurzerhand mit 32:29 (20:13) ab.

Neuer Trainer, neue Stars, da wird alles anders nach der Horror-Rückrunde in der vergangenen Saison der Handball-Bundesliga – es klang wie die immer gleiche Schallplatte, die die Recken in der Vorbereitung leiern ließen. Und doch: Ganz genau so war es. Star-Coach Carlos Ortega hat dem Team neues Selbstbewusstsein gegeben, neues Leben eingehaucht. „Ich habe erwartet, dass wir dieses Spiel gewinnen können. Wir können jedes Spiel gewinnen, das muss die Einstellung unseres Teams sein“, erklärte Ortega. Und behielt recht.

Die neue Abwehr: aggressiv und offensiv. Offensiv: mit perfekter Balance aus Tempo und Geduld. So gut, dass die Recken den Vizemeister phasenweise schlichtweg an die Wand spielten. „Wir haben ein richtig gutes Gesicht gezeigt“, lobte Ortega. Da wurde sogar gezaubert: Kempa-Pass von Spielmacher Morten Olsen auf den heran fliegenden Mait Patrail – Tor, 13:9 in der 18. Minute. Die 4388 Fans in der Riesenhalle feierten lautstark mit.

Überhaupt nichts mehr zu spüren vom Kopfproblem aus der vergangenen Rückrunde. Vor allem Neu-Kapitän Kai Häfner schien die neue Rolle zu beflügeln. Mit der Binde ballerte und traf er, wie er wollte. Fünf Tore allein in den ersten zwölf Minuten, dazu eine bärenstarke Vorstellung von Torwart Martin Ziemer, 20:13 zur Pause. „Das hätten wir so natürlich nicht gedacht, aber wir wussten dass wir eine Chance haben“, freute sich Häfner. „Wir haben gefightet, einfach geil so zu starten.“

Das einzig Negative: Spielmacher Olsen verletzte sich am linken Oberschenkel, musste raus.

Trotzdem lief es nach der Halbzeit weiter gut, auch wenn die Souveränität ein bisschen abhanden und Flensburg langsam näher kam. Doch die hannoverschen Handball-Stars ließen sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als Flensburg mal drei Tore in Folge warf und bis auf 22:16 (36.) ran kam.

Das neue Selbstbewusstsein wohl, das Star-Trainer Ortega seinen Jungs eingeimpft hat. Die Recken spielten ihren Stiefel einfach ruhig runter. „Flensburg kam ran, aber wir haben die Kontrolle behalten“, analysierte Ortega. Da machte es auch nichts, dass die Souveränität aus Halbzeit eins mit laufender Spielzeit dann doch abhanden kam und sich einige Fehler einschlichen. Das Adrenalin pumpte einfach zu stark. Bis zum Abpfiff, dann wurde es laut, die Profis tanzten im Jubelkreis. Was für eine wahnsinnige Recken-Party! Doch eine, die nicht allzu lange geht: Denn schon am Sonntag (15 Uhr) kommt Wetzlar in die Tui-Arena. „Heute genießen“, betonte Kapitän Häfner, „aber ab Freitag liegt der Fokus auf Wetzlar. Denn sonst war das gegen Flensburg nichts wert.“

Das sieht auch Geschäftsführer Benjamin Chatton so. „Das war ein überragender Saisonstart. Trotz allem wird die Partie am Sonntag alles andere als ein Selbstläufer.“ Aber das großartige Gefühl von gestern Abend kann den Recken niemand mehr nehmen. Einfach Wahnsinn!

Tore für die TSV Hannover-Burgdorf: Häfner (7), Mortensen (6/davon 3, Patrail 6, Kastening 4, Olsen 3, Siebenmeter), Brozovic, Böhm und Pevnov (alle 2).

Tore für die SG Flensburg-Handewitt: Glandorf (7), Lauge Schmidt (7/4), Wanne (6), Gottfridsson (4), Svan, Zachariassen (beide 2) und Jeppsson.

Zuschauer: 4388 – Strafminuten: 6/10.

Von Jonas Szemkus


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