Navigation:

Die Spieler feiern, aber Trainer Jens Bürkle war genervt, weil sein Team gegen Ende „lustlos“ agierte.© Sielski

Handball

Dieser Recken-Jubel täuscht

Die Recken siegen klar gegen den Bergischen HC. Dennoch ist Trainer Jens Bürkle am Ende "stinksauer", weil die Spieler einen hohen Vorsprung vergeigen.

Hannover. Komische Stimmung am Sonntagabend bei den Recken! Klarer 33:27 (19:13)-Sieg gegen den Bergischen HC vor 3336 Zuschauern in der Swiss-Life-Hall, doch hinterher herrschte eine Laune wie sieben Tage Regenwetter. Ziemlich verrückt! Der Grund war der Schlendrian der TSV Hannover-Burgdorf in der zweiten Halbzeit.
„Ich bin echt stinksauer“, blickte Trainer Jens Bürkle grimmig drein. „Wir hatten das Spiel bis zum 24:16 gut im Griff, haben dann aber keine Konsequenz gezeigt. Das regt mich auf! So bewegungsfaul, so lustlos nach hinten raus“, kritisiete ein genervter Bürkle die Einstellung seiner Spieler.

Am klaren und verdienten Sieg änderte dies jedoch wenig. Die Recken sind nach dem 30:20 im Pokal gegen Göppingen nun auch in der Liga wieder in der Erfolgsspur und gehen mit 10:10-Punkten in die Länderspiel-Pause. „Schön, dass wir davor noch gewonnen haben“, sagte Geschäftsführer Chatton und versuchte, etwas die Schärfe rauszunehmen. Doch auch er mahnte an: „Man muss eben immer 100 Prozent geben. Wir mussten uns bissiger zeigen.“
Aber auch die Recken-Spieler zeigten sich selbstkritisch: „Ich kann verstehen, dass der Trainer sauer ist“, meinte Olympiasieger Morten Olsen, der nach Verletzungspause sein Comeback gab. „Wir haben viele dumme Fehler gemacht und nach 25 Minuten eigentlich aufgehört, guten Handball zu spielen. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr 100 Prozent gegeben.“ Kollege Fabian Böhm räumte ein: „Wir wollten mit zehn Toren gewinnen, aber es hat nicht alles gepasst.“ Die Recken waren eben „sehr fahrlässig“, gestand Kreisläufer Erik Schmidt.
Mit „Aushilfs-Co-Trainer“ Sven-Sören Christophersen an der Seite (Roi Sanchez war mit der TSV-A-Jugend in Flensburg und kam erst zur zweiten Halbzeit) führten die Recken mit 17:11 und zur Halbzeit mit 19:13. Gut acht Minuten ging es danach noch konzentriert weiter, ehe die Recken schlampig wurden. Der BHC kam zwar nie gefährlich heran, doch das Bürkle-Team verschenkte einfach einen höheren Vorsprung durch viele Nachlässigkeiten.
„Das waren letztlich zwei wichtige Punkte, die  wir aber auch holen mussten“, meinte Christophersen, der von einem „anderen Blickwinkel“ als Co-Trainer sprach. „Vielleicht fehlt uns aber auch ein wenig Klasse“, legte Bürkle noch nach. „Ein paar Tore mehr können über ein, zwei Tabellenplätze entscheiden.“ Weiter geht es erst am 12. November zu Hause gegen Erlangen.

Von Helmut Anschütz und Simon Lange


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Anzeige