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Einfach stark: Die Recken siegen immer weiter mit Neu-Trainer Carlos Ortega.

Einfach stark: Die Recken siegen immer weiter mit Neu-Trainer Carlos Ortega.
© Foto: Wedel

TSV Hannover-Burgdorf

Diese fünf Psycho-Tricks machen die Recken stark

Vier Spiele, vier Siege, Spitzenreiter. Die Handball-Recken der TSV Hannover-Burgdorf haben einen Lauf und jede Menge Selbstbewusstsein, seit Carlos Ortega Cheftrainer ist. Und das nach der Horror-Rückrunde in der vergangenen Saison mit 16 Sieglos-Spielen in Serie. Aber wo kommt die neue Stärke her? Bestsellerautor Matthias Herzog aus Garbsen ist einer der bekanntesten Sportpsychologen Deutschlands – und er hat fünf Punkte ausgemacht für die „beeindruckende Serie“.

Hannover.  

Die neue Atmosphäre: „Der Wechsel in die Tui-Arena war ein sehr guter Schritt. Dort herrscht einfach eine ganz andere Atmosphäre für die Spieler, vor allem wenn die Halle voll ist. Da geben sie automatisch noch ein bisschen mehr Gas, als in der Swiss-Life-Hall. Das Coole: Da kann sich was draus entwickeln, weil die Halle immer voller wird. Durch Erfolge kommen mehr Fans, damit wird die Stimmung geiler, dann kannst du hier so etwas wie die neue „Hölle Nord“ entwickeln. Außerdem haben die Recken in der Swiss-Life-Hall vergangene Rückrunde nur einen Punkt geholt. Das Gefühl der Heimschwäche ist durch den Hallenwechsel weg.“

Das neue Trainergespann: „Mit Carlos Ortega als Trainer und Iker Romero als Co wurde ein Gespann mit absoluter Weltklasse geholt. Das zeigt, dass der Club ganz andere Ziele verfolgt, als nur im Mittelfeld mitspielen zu wollen. Sie wollen nach Europa, sonst hätten die Entscheider um Geschäftsführer Benjamin Chatton nicht solch ein Duo geholt. Ortega und Romero bringen eine neue Siegermentalität mit. Als Spieler haben sie mehrfach die Champions League gewonnen, Ortega war als Trainer im Champions-League-Halbfinale. Die wissen, was Erfolg ist. Diese Mentalität leben sie vor, das überträgt sich aufs Team, das gibt Selbstbewusstsein. Dann fangen die Spieler wieder an, an den Sieg zu glauben. Die beiden haben das Team nicht nur taktisch gut vorbereitet, sondern es auch unheimlich stark geredet. Ortega hat eine geile Kommunikation, spricht seinem Team Lob und Anerkennung aus, spricht aber immer auch von Fokus und Konzentration. Er hat die richtigen Begrifflichkeiten, das gibt den Spielern Sicherheit und Vertrauen in die eigenen Stärken.“

Der neue Kapitän: „Die Ernennung von Kai Häfner war einfach genial! Er ist der richtige dafür durch seine Erfahrung in der Nationalmannschaft, durch seine tierische Entwicklung als Persönlichkeit. Er ist als Ersatz zur EM 2016 gekommen, hat da sofort Verantwortung übernommen. Das tut er auch in Hannover. Er ist ein wichtiger Leuchtstern und prädestiniert für die Aufgabe. Häfner gibt der Mannschaft ein ganz anderes Standing. Und er hat schon alles durchgemacht mit der Nationalmannschaft, Gutes und Schlechtes. Von den Erfahrungen kann er sehr viel in die Mannschaft reingeben.“

Die neuen Spieler: „Es wurde gut investiert, da sind drei klasse Spieler gekommen mit Ilija Brozovic, Pavel Atman und Evgeni Pevnov. Auch das zeigt, wohin es gehen soll. Einerseits hast du ein sehr eingespieltes, wenn auch zuletzt erfolgloses Team. Andererseits haben sie sich punktuell verstärkt, das bringt nicht nur spielerische Qualität. Da kommen Neue, die für neue Impulse sorgen, die das Verlieren der Rückrunde nicht kennen, sondern sofort auf Sieg gepolt sind. Diese frische Atmosphäre überträgt sich auf den Rest des Teams.“

Die Kraft aus der Horrorserie: „Die vergangene Saison wurde anscheinend sehr gut aufgearbeitet, verarbeitet, abgehakt. Ohnehin sind Rückschläge in der Nachbetrachtung meistens das Beste, was passieren kann. Weil man sehr viele Schlüsse daraus ziehen kann. Die Recken mussten reflektieren, was schief gelaufen ist. Und was doch gut gelaufen ist, was sie ausgezeichnet hat, vor allem in der starken Hinrunde. Wichtig war natürlich auch der Pokal-Auftakt in Lübbecke. Da lagen sie wieder mit sieben Tore zurück, da war der Zug eigentlich schon abgefahren und es ging fast so weiter, wie die letzte Saison geendet hat. Und dann haben sie es doch noch gedreht. Das gibt einen richtig großen Schub. Auf dieser Welle reiten sie, jetzt müssen sie den Flow mitnehmen. Natürlich gibt es immer die Gefahr, dass sich in so einer Erfolgsphase eine gewisse Überheblichkeit einschleicht. Auch da kommt dir die letzte Saison entgegen. Da kann der Trainer immer sagen: Das ist eine Momentaufnahme, habt das immer im Hinterkopf, bleibt auf dem Boden. Wenn das klappt, ist meiner Meinung nach die Quali für einen internationalen Wettbewerb auf jeden Fall drin!“

Von Jonas Szemkus


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