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BURGDORFS VISIONÄR:Geschäftsführer Benjamin Chatton hat Ideen, wie manden Spielplan der Bundesliga aufpeppen könnte.

BURGDORFS VISIONÄR: Geschäftsführer Benjamin Chatton hat Ideen, wie man den Spielplan der Bundesliga aufpeppen könnte.© Emily Wabitsch

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Bundesliga

Burgdorfer Visionen

Seit rund 20 Jahren herrscht Stillstand in der Handball-Bundesliga: immer derselbe Modus, seit Jahren auseinandergerissene Spielpläne. Wegen der fehlenden Innovationsbereitschaft schwindet das öffentliche Interesse. Auch im Fernsehen ist Handball allenfalls ein Randthema. Das soll sich nun ändern.

Hannover. Die Liga plant grundlegende Änderungen - eine erste Tagung aller Erstligaklubs gab es bereits: Einer der Vordenker ist Burgdorfs Geschäftsführer Benjamin Chatton, der sich die Fußball-Bundesliga als Vorbild nimmt: „Wir brauchen zum Saisonbeginn einen großen Aufschlag, um das Medieninteresse zu fokussieren“, sagt er. Sein Plan: „Ein Live-Spiel am Freitag und dann alle weiteren Partien zeitgleich am Sonnabend.“ So soll das Aufmerksamkeitsdefizit zu Saisonbeginn getilgt werden.

Eine weitere Forderung des 32-Jährigen: „Ich wünsche mir Doppelspieltage, um den Spielplan zu entzerren.“ Gespielt werden könnte am Freitag und Sonntag: „Das müsste fest terminiert werden. Beispielsweise am Saisonanfang oder am ersten Dezember-Wochenende.“ Positiver Effekt: „Dadurch werden Freiräume für die Nationalmannschaft geschaffen. Etwa, wenn man eine zusätzliche spielfreie Woche im März hat.“ Weitere doppelte Spieltage hält Burgdorfs Geschäftsführer für unrealistisch: „Das geht allein schon wegen der Europapokalspiele nicht.“ Für eine Weiterentwicklung der Handball-Bundesliga wünscht er sich auch „einheitliche Spieltage am Wochenende und den Europapokal unter der Woche. Dann ist es für den Fan attraktiver und überschaubarer.“ Doch Chatton betont: „Das braucht natürlich Zeit. Das ist nicht für die neue Saison umsetzbar.“ Allein schon wegen bestehender Fernsehverträge.

Auch der Diskussion um ein Liga-Finale nach Abschluss der Saison zwischen dem Tabellenersten und dem Zweiten kann Chatton etwas abgewinnen: „Neue Ideen sind immer gut. Vor allem wäre das eine deutliche Aufwertung des zweiten Tabellenplatzes.“ Fragwürdig nur, wenn beispielsweise ein Verein wie der THW Kiel, der im Vorjahr ohne Minuspunkt durch die Liga marschiert ist, am Ende dann aufgrund einer strittigen Entscheidung oder einer Krankheits- oder Verletzungswelle das entscheidende Finale am Ende der Saison verlieren sollte. Nach einer kompletten Saison würde die Meisterfrage in nur sechzig Minuten beantwortet, eine Vorstellung, die mit Chancen, aber auch mit einigen Risiken behaftet ist.

Immerhin: Auf der Liga-Tagung haben in einer Probeabstimmung zwölf von 18 Bundesligisten dem Plan zugestimmt, fünf enthielten sich, ein Verein war dagegen. Angedacht ist dabei auch der Umzug in ein Fußballstadion: In der Arena auf Schalke oder in Düsseldorf sind entsprechende Konstruktionen mit dem von der IHF vorgeschriebenen geschlossenen Hallendach vorhanden.


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