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Handball

Bitterer Abgang für die Recken

Rückschlag für die Recken: Beim TVB Stuttgart setzte es am Abend eine 20:30-Klatsche. Die erste Auswärtspleite der Saison. Eine ganz bittere. Hätten sie mal besser auf ihren Manager gehört. Benjamin Chatton hatte nach dem Erfolg gegen Wetzlar und 6:2 Punkten gewarnt: „Dieser Saisonstart wird nichts wert sein, wenn wir jetzt nicht nachlegen in Partien, in denen wir auf dem Papier Favorit sind.“ Und das waren seine Recken in Stuttgart.

Hannover. Außerdem hatte Chatton an TVB-Torwart Jogi Bitter erinnert. Der sei „immer in der Lage, eine Top-Leistung zu bringen und den Kasten zuzunageln“. Hat er gestern getan.

Nach dem anfänglichen Hin- und Her (7:6) schafften es die Schwaben, sich langsam aber sicher abzusetzen. Auch dank Bitter, der die Recken aber besonders in der zweiten Hälfte zur Verzweiflung trieb. Als sein Weltmeister-Kollege von 2007, Michael Kraus, auf 15:9 erhöhte, nahm Recken-Trainer Jens Bürkle genervt die Auszeit. Doch auch ihm hörten die Spieler offensichtlich nicht richtig zu. Casper Mortensen verkürzte zwar mit einem Dreierpack auf 12:15, in die Pause ging es aber mit einem 14:18-Rückstand.

„Wir haben die Qualität, die wir eigentlich im Kader haben, nicht gezeigt“, meckerte Chatton schon zur Halbzeit. In der sonst so dichten Abwehr klafften riesige Lücken. „Wir haben katastrophal verteidigt, hinten waren wir einfach eklatant schlecht“, räumte Bürkle ein. Und vorne schlichen sich immer wieder Patzer ein. Kamen doch mal Würfe aufs Tor, hatte Stuttgarts Ballfänger meist seine Finger dazwischen..

Richtig bitter wurde es in Durchgang zwei. Die Recken fanden nur noch sechsmal den Weg ins gegnerische Tor. Bitter nagelte seinen Kasten immer weiter zu. Auch der erste Einsatz des Neuzugangs Kasper Kisum bei seinem Ex-Verein brachte nichts. Bis 16:20 (41.) war zwar noch alles drin für die TSV Hannover-Burgdorf und genügend Zeit, eine Wende herbeizuführen. Doch ein 4:0-Lauf der Gastgeber zum 24:16 (50.) brach den Recken das Genick. Am Ende wurde es eine ähnliche Abreibung wie sie Hannover schon beim Heimdebakel gegen Flensburg (20:35) ereilte.

Bürkle zählte 27 Fehlwürfe gegen Bitter, „so was habe ich noch nicht erlebt“. Chatton fand es „enttäuschend, wir müssen mehr Gegenwehr zeigen“. Seine Recken sollten eigentlich „die schöne Chance“ nutzen, „um Schwung zu holen für das Berlin-Spiel“ am 3. Oktober in der Tui-Arena. Stattdessen wurden sie ausgebremst. Heftige Watschn statt beschwingte Wasen! Das Cannstatter Volksfest neben der Halle fand ohne die Recken statt.


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