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KEIN DURCHKOMMEN:Kai Häfner bleibt an Philipp Müller hängen,links Nenad Vukovic.

KEIN DURCHKOMMEN:
Kai Häfner bleibt an
 Philipp Müller hängen,
links Nenad Vukovic.© Florian Petrow

Handball

Auch dieser Punkt tut den Recken weh

Wie sollte man den nun dieses 24:24 (13:11) gegen die MT Melsungen bewerten? Einen Punkt gewonnen - oder einen verloren? Schnell waren sich bei den Recken alle einig: Dieses Unentschieden gegen die Überraschungs-Mannschaft der Bundesliga war eigentlich viel zu wenig.

Hannover. „Das Ergebnis tut weh, weil mehr drin gewesen ist“, meinte Recken-Trainer Jens Bürkle. „Bis zur 50. Minute haben wir viel gut gemacht, doch dann hat uns der Mut verlassen. In der Abwehr haben wir zu passiv gestanden.“

Was in diesem Zusammenhang erneut auffiel: Wie bereits beim 23:23 in Hamburg verdaddelte die TSV Hannover-Burgdorf einen komfortablen Vorsprung. Beim HSV führten die Recken 14:8, mussten am Ende mit dem Remis sogar noch zufrieden sein. Gegen die Nordhessen, gegen die die Recken fünf der bisherigen sechs Heimspiele verloren hatten, lagen sie nach 49 Minuten mit 21:17 vorn - und die nur 2703 Zuschauer witterten den dritten Heimsieg.

Doch das Bürkle-Team blieb sieben Minuten ohne Tor, was die körperlich robusten Melsunger zu nutzen wussten. Der nur in der Anfangsphase mit Toren glänzende Morten Olsen (22:20), der erneut starke Kai Häfner (23:21 und 24:22) brachten die Recken zwar wieder in Front, doch die wuchtigen Müller-Brüder Michael und Philipp schenkten den Recken noch den Ausgleich ein.

„Wir haben einen Punkt verloren“, ärgerte sich Häfner. Auch Linksaußen Lars Lehnhoff war angefressen: „Da war mehr drin! Ich bin ziemlich enttäuscht, weil wir das Spiel nicht mehr aus der Hand geben durften.“

Dabei war die Deckung der Recken zuvor ein durchaus stabiles Bollwerk gewesen, ließ gegen die Melsunger Hünen wenig zu. Martin Ziemer parierte elf Würfe der MT, deren Schlussmann Sjöstrand zwölf Bälle packte. Der Recken-Zerberus trug in der ersten Halbzeit auch dazu bei, dass sein Team aus einem 4:7-Rückstand ein 9:7 machte. Aber schon in den zehn Minuten vor der Pause verpasste Bürkles Mannschaft eine höhere als die 13:11-Pausenführung. Und am Ende gab es eben das Hamburger Déjà-vu. „Ich bin super happy mit dem Punkt. Wenn man auswärts so schlecht spielt und einen Punkt holt, muss man zufrieden sein“, fasste Melsungens Coach Michael Roth zusammen.

Was bleibt für die Recken? Sie haben jetzt gegen sechs der acht führenden Teams gespielt und 6:8 Punkte geholt. „Bei diesen schweren Gegnern sind wir einigermaßen in der Spur“, meinte Trainer Bürkle. Geschäftsführer Benjamin Chatton: „Jetzt haben wir viele Spiele, bei denen wir nach der Papierform der Favorit sind. Vielleicht können wir aus dem Oktober einen goldenen machen.“

Von Helmut Anschütz


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