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DA SIEHT DIE ABWEHR ALT AUS: Timo Kastening lässt die Magdeburger einfach stehen und locht ein. Insgesamt traf er viermal.   Foto: Popova

DA SIEHT DIE ABWEHR ALT AUS: Timo Kastening lässt die Magdeburger einfach stehen und locht ein. Insgesamt traf er viermal. Foto: Popova© Eroll Popova

Handball

37:22 - Recken schrecken Magdeburg

Diese Recken waren einfach der Wahnsinn! Mit 37:22 (17:8) demütigten sie Gastgeber SC Magdeburg und kamen so im achten Spiel in der Getec-Arena zum allerersten Sieg überhaupt.

Magdeburg. Die SCM-Fans unter den 5949 Zuschauern waren stinksauer und pfiffen sich die Finger wund - die 50 Recken-Schlachtenbummler waren völlig aus dem Häuschen.

Das war ja einfach kaum zu fassen! Wie trumpften denn die Recken in der Getec-Arena in der ersten Halbzeit auf? Das lief nach Wunsch, das war wie aus einem Guss, wie die Hannoveraner ihren Gegner in vielen Situationen geradezu demütigten. Kai Häfner, Erik Schmidt und Lars Lehnhoff brachten die Recken in Führung, die SCM-Fans glaubten ihren Augen nicht zu trauen. Erst nach fast fünf Minuten traf Bundesliga-Torschützenkönig Robert Weber für die Gastgeber zum 1:3. Das machte den Recken aber nichts aus! Schmidt, Johannsen und Häfner erhöhten auf 6:1, was SCM-Trainer Bennet Wiegert mit der ersten Auszeit quittierte. Die Zuschauer quittierten den SCM-Auftritt später mit einem gellenden Pfeifkonzert - sie waren sauer auf ihre Lieblinge, die wenig bis nichts geregelt bekamen gegen sicher in der Deckung stehende Recken.

Schmidt traf in der Folge zweimal vom Kreis, da lagen die Gäste 12:4 vorn. Da schwollen die Pfiffe zu einem Orkan an. Stürmisch ging’s bei den Recken weiter. Kastening ließ zwei Treffer folgen, auch Nachwuchs-Kreisläufer Dominik Kalafut lochte ein. 17:8 für die Recken zur Pause - das war irreal, einfach unglaublich.

Mit einem 5:0-Lauf begannen die Recken die zweite Halbzeit. Spätestens da war diese fast ungleiche Partie entschieden. Das Bürkle-Team spielte wie ein Handball-Uhrwerk, dem SCM hatte das letzte Stündlein geschlagen.

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, meinte TSV-Geschäftsführer Benjamin Chatton, „wir freuen uns sehr, da wir großen Respekt vor dem SCM hatten.“ „Das war ja völlig verrückt“, wusste Trainer Bürkle nicht, wie ihm geschah. „Alle Mannschaftsteile haben gut ineinandergegriffen. Bis zur 48. Minute habe ich noch gezittert. Am Ende bin ich stolz und erleichtert, dass wir das geschafft haben.“

Weltuntergangsstimmung dagegen in Magdeburg. Trainer Bennet Siegert: „Ich finde keine Worte für diese Leistung. Wir waren wie im Sumpf oder Treibsand.“

Helmut Anschütz


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