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Foto: Petrow

Recken obenauf: Fabian Böhm bejubelt eines seiner vier Tore gegen Göppingen. Der Gegner liegt am Boden.© Petrow

Handball

30:20 - Recken fliegen ins Viertelfinale

Die TSV Hannover-Burgdorf hat als erste Mannschaft das Viertelfinale im DHB-Pokal erreicht. Die Recken setzten sich am Dienstagabend deutlich mit 30:20 (14:12) gegen den Liga-Konkurrenten Frisch Auf Göppingen durch.

Hannover. Erst war’s ein Schlafmützenspiel der Recken gestern im Pokal-Achtelfinale gegen Göppingen, dann wurde es eine Gala. Dank starker Abwehr, eines noch stärkeren Torwart Martin Ziemer und erschreckend schlechter Gäste aus dem Schwabenland gewannen Hannovers Handballer mit 30:20 – die Recken fliegen ins Viertelfinale!

„Wir haben das Spiel souverän nach Hause gebracht“, lobte Trainer Jens Bürkle. Sein Team legte gut los. Erst Timo Kastening, dann Fabian Böhm, Kai Häfner und Mait Patrail – 4:0 (8.). Die Recken zeigten mehr Geschwindigkeit, mehr Willen, mehr Durchsetzungskraft als die Göppinger, die in der Offensive komplett schliefen und an Torwart Martin Ziemer einfach nicht vorbeikamen. Starke zwölf Paraden sammelte er bis zur Halbzeit. Doch im Abschluss hatten Ziemers Kollegen ein ums andere Mal Schlaf im Auge. Trotzdem setzten sie sich zum Start ab, weil Göppingen in der Offensive pennte.

Erst als Schwaben-Coach Magnus Andersson eine Auszeit nahm, trafen die Gäste (9.). Göppingen blieb trotzdem harmlos. Nach einer weiteren Parade von Ziemer warf Kastening das 6:2 (13.). Doch dann erlaubten sich die Recken vorm gegnerischen Tor immer wieder einen Sekundenschlaf. Nur deshalb blieb Göppingen dran.

„Wir sind gut in die Partie rein, haben dann aber hochprozentige Chancen liegen lassen“, fasste Bürkle zusammen, der in der Pause (14:12) wohl literweise starken Kaffee und Energy-Drinks verteilt hatte. Denn sein Team gab richtig Gas und riss die rund 1800 Fans in der Swiss-Life-Hall mit. Im Angriff jetzt eiskalt, setzten sich die Recken endlich richtig ab. Erst traf Kastening, dann zweimal Häfner. Und Ziemer machte da weiter, wo er in der ersten Halbzeit aufgehört hatte – Parade, Parade, Parade. Und so stand’s nach 38 Minuten schon 17:12.

Doch erneut erlaubten sich die Recken ein kleines Nickerchen zur Mitte der zweiten Hälfte. Göppingen machte zwar wenig besser, aber weil Hannover sich offensiv immer wieder Fehler erlaubte, kamen die Schwaben auf 17:19 (45.) ran. Doch diesmal ließen sich die Recken nicht einlullen vom Göppinger Schlafwagen-Handball. Ziemer brüllte sein Team wach.

Als Mait Patrail zum 23:18 (52.) traf, war die Gegenwehr gebrochen. Die Gäste hatten keine Lust mehr: Abspielfehler, halbherzige Abschlüsse, sie trotteten mehr über den Platz, als dass sie liefen – es wurde ein Albtraum für die Schwaben. Die Recken ballerten sich den ganzen Liga-Frust (nur ein Sieg aus den letzten vier Spielen) von der Seele und schossen Göppingen aus der Halle. Allein Häfner traf in den letzten sieben Minuten dreimal. Den Schlusspunkt setzte Kapitän Torge Johannsen.   

„Es hat uns auch gewundert, dass die zum Ende so eingebrochen sind“, meinte Recken-Star Häfner. Sei es drum. Nur noch ein Sieg bis zum Final Four! „Der Traum von Hamburg  bleibt erhalten“, freut sich Recken-Manager Benjamin Chatton. Das Viertelfinale ist um den 14. Dezember angesetzt. Auslosung ist am 2. November.

Von Jonas Szemkus


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