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Fußball

Hannover 96: Pander gibt Gas

Christian Pander macht viel Druck auf links. Martin Kind, Präsident von Hannover 96, ist begeistert von dem Neuzugang. Für die Startelf wird es zunächst wohl dennoch nicht reichen.

Christian Pander will bei Hannover 96 überzeugen.

Hannover. Wenn es eine Viertelstunde vor Schluss 5:0 steht, was soll ein Ersatzspieler da noch reißen? Christian Pander bewegte noch eine Menge. In seinem ersten 96-Pflichtspiel im Pokal in Lübeck gegen Wismar bereitete er mit seiner zweiten starken Aktion das 6:0 vor.

Die Fans spürten, da rackert ein richtig guter Typ auf links. Sie feuerten ihn an: „Pander, Pander.“ Das tat gut! Der frühere Dauerpatient der Liga hat bei 96 schon jetzt das Zeug zum neuen Kultspieler. Ein komischer Zufall ist es, dass der 27-Jährige dieselbe Rückennummer trägt wie seinerzeit Jiri Stajner – die 24.

Pander übernahm die Nummer bei Schalke von Marc Wilmots und trägt sie als Tattoo auch auf dem rechten Arm. Sie soll ihm in Hannover mehr Glück bringen.

Pander fühlt sich gesund, er hatte ein halbes Dutzend Operationen wegen seiner kaputten Knie, zuletzt fehlte er bei Schalke fast fünf Monate wegen einer Zehverletzung. „Ich habe keine Probleme mehr“, sagt er nun, „ich habe zwar eine Krankenakte, die nicht von der Hand zu weisen ist, aber wenn ich Angst hätte, bräuchte ich gar nicht erst auf den Platz zu gehen. Dann würde man im Zweikampf zurückziehen – und das ist definitiv nicht der Fall.“

Pander sieht aus wie ein furchtloser Kämpfertyp mit kantigem Körper, gemustert mit Kriegsbemalungen. Er gilt als geradeaus und ehrlich. „Sein Wort gilt“, sagt 96-Chef Martin Kind. Der 67-Jährige ist schon ganz angetan von dem Musterprofi: „Christian Pander hat mich überrascht, er hat mir gut gefallen“, sagte Kind nach dem Pokalspiel.

Pander macht sportlich Druck auf links, auf Konstantin Rausch und Christian Schulz. Rausch spielt auch stark zurzeit, aber Schulz hängt nach seinen Wehwehchen in der Vorbereitung (Zeh und Rücken) ein bisschen durch. Pander ist der erste Kandidat als Ersatz auf der linken Seite – das hat Mirko Slomka klar gesagt. Für Pander ist Slomka ohnehin nicht nur Trainer, sondern echte „Vertrauensperson“.

So weit geht das Vertrauen wohl noch nicht, dass Slomka ihn schon gegen Hoffenheim am Sonnabend in die Startelf lässt. Aber einen Fuß hat Pander bereits in der Tür. „Er muss die Pause aus der vergangenen Saison noch aufholen“, sagte Kotrainer Norbert Düwel gestern nach dem Test gegen die Amateure, bei dem Pander 60 Minuten Spielpraxis bekam.

Seine neuen vier Wände bezieht Pander gerade in der Südstadt in Maschsee- und Stadion-Nähe. Beim Dienstwagen ist er den Kollegen sogar voraus: Er fährt den neuen VW Touareg, auf den die anderen Profis noch warten.

Pander wartet derweil geduldig auf seine Chance. In der Europa League könnte sie kommen. „Jeder ist heiß auf die Europa League. Ich weiß, wie es ist, internationale Spiele zu haben“, sagt er. dt/thl


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