Gewaltig: 35.000 Menschen waren beim Trauerzug.
Nach dem Freitod von Nationaltorwart Robert Enke sind am Mittwochabend rund 50 000 Menschen in Hannover durch die Stadt zum Stadions seines Vereins gezogen. Ein Polizeisprecher sagte, die ersten Trauernden seien bereits am Stadion von Hannover 96 angekommen, als die Letzten in der Innenstadt losliefen. Vor der AWD-Arena begannen die Menschen die Menschen zu klatschen und sagen: „Es gibt nur einen Robert Enke.“
Zuvor hatten etwa 1500 Fußballfans an einer Trauerandacht teilgenommen, zu der die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche und hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann in die Marktkirche eingeladen hatte. Zahlreiche Trauernde verfolgten die Andacht auch auf dem Platz vor der Kirche über Lautsprecher. An dem Trauergottesdienst nahmen die Spitze des Deutschen Fußballbundes (DFB), Vertreter der Nationalmannschaft und von Enkes Heimatverein teil.
Enke hatte sich am Dienstagabend das Leben genommen. Er war an der Bahnstrecke Bremen-Hannover in Eilvese bei Neustadt am Rübenberge nahe dem Steinhuder Meer von einem Zug erfasst und getötet worden. Auf einer Pressekonferenz hatte seine Witwe Teresa am Mittwoch mitgeteilt, dass ihr Mann seit Jahren unter Depressionen litt und sich seit 2003 wegen dieser Erkrankung behandeln ließ. Einen stationären Aufenthalt habe Enke bis zum Tag seines Todes abgelehnt.
Der 32-Jährige hinterlässt seine Witwe und eine im Frühjahr adoptierte Tochter. Die leibliche Tochter war im Jahr 2006 an einem schweren Herzfehler gestorben.
Kommentare
Enke und der Abschied.. J.R. – 12.11.09
Muß zugeben, das ich kein Fan von 96 bin, trotzdem ging mir dieser plötzliche Tod von Robert Enke an die Nieren und ich hatte bis Gestern, während ich die Sendungen im TV verfolgte, ständig einen zugekniffenen Hals und Schluckbeschwerden, was sicher damit zuammen hängt, das man einen Menschen geachtet und, Ja, auch verehrt hatte; der Grund ist unwichtig.ERs wird lange brauchen das alle Fans und Leute wie ich , Robert tatsächlich beerdigt haben.
J.R.
Robert Enke Feder – 12.11.09
Auch ich war sehr bestürzt und betroffen über den Freitot von Robert Enke - es ist ein großartiger Mensch und Sportler von uns gegangen.Gleichzeitig geht mein Mitgefühl an den Zugführer, der unfreiwillig da mit betroffen ist. Ich hoffe, dass er und seine Familie dieses aus seiner sich tragische Unglück irgendwie verarbeiten können um dann doch wieder ein "normales" Leben zu führen.
Freitod von Robert Enke Uta Siebe – 12.11.09
Ein weiterer Mensch hat sich unter dem Einfluss von Depressionen das Leben genommen. Dass der Mensch prominent ist trägt dazu bei, dass auch über die Krankheit selbst nachgedacht wird und auch über den Stellenwert, den psychisch Kranke in der Gesellschaft haben. Dabei geht es nicht nur um Herrn Enke und sein Umfeld, sondern auch um die Folgen des Selbstmordes für andere Menschen.Mein Mitgefühl gilt dem Zugführer, der unverschuldet gezwungen wurde, einen Menschen zu töten. Möge er rechtzeitig den Weg zu professioneller Hilfe finden, um das Trauma zu verarbeiten, damit es nicht auch bei ihm in Depressionen endet, die ihn und seine Familie ins Unglück stürzen.
Robert Katy, Holger und Katharina – 11.11.09
So unendlich unsere TrauerSo unendlich leer unsere Herzen
So überwältigend die Anteilnahme
So unendlich tief der Schmerz
Wir werden es nie ganz begreifen
Wir werden es nie ganz verstehen
Nie werden alle Wunden heilen
Nie wird dieser Schmerz vergehen
Du wirst in uns weiterleben
Als das, was du wirklich warst
Ein großer Sportsmann, aber vor allem Mensch
Bodenständig, authentisch, eben menschlich
Mit all Deinen Stärken und Schwächen
Die Dich so unvergleichlich machen
Du bist nicht allein, unsere Herzen sind bei Dir
Und wünschen Dir, dass Du Frieden findest
Wir sind immer bei Dir, 96, HSV
Danke, dass wir Dich haben durften!
You´ll never walk alone.