Der Druck ist groß, gelacht wird trotzdem: Erstmals in der Rückserie hat die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka morgen die Chance, sich auf einen Europa-League-Platz vorzuschieben.
Hannover . Erstmals in der Rückserie hat die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka morgen die Chance, sich auf einen Europa-League-Platz vorzuschieben. Mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen dieses Jahres hat sich 96 an die zuletzt schwächelnden Leverkusener und Bremer herangepirscht – jetzt bläst Hannover zum Angriff.
Morgen auf Platz sechs vorstoßen ist das eine, den Vorsprung auf Rang acht ausbauen das andere: Der steinige Weg nach Europa ist weiter geebnet. Aufgrund der Situation im DFB-Pokal (siehe Frage rechts) ist die Wahrscheinlichkeit noch viel größer geworden, dass am Ende der Saison sogar schon Platz sieben für die Europa-League-Qualifikation reicht. 96 ist derzeit Siebter – mit sechs Punkten Vorsprung auf Hoffenheim, Köln und Wolfsburg.
96 kommt einem weiteren Jahr auf Europas Bühne immer näher, Slomka sagt aber: „Es wäre jetzt keine gute Idee, von Platz sieben zu sprechen. Ziel ist es, auf die vor uns stehenden Teams Druck auszuüben.“ Damit meint er Leverkusen und Bremen. Wenn diese beiden siegen, „müssen wir auch gewinnen“, sagt Slomka und erhöht den Druck noch: „Wenn sie Federn lassen, haben wir die Chance vorbeizuziehen.“
Bereits morgen könnte 96 vom Jäger zum Gejagten werden. Gewinnt Leverkusen in Dortmund nicht, zöge Slomkas Elf mit einem Sieg in Mainz an Bayer vorbei. „Wenn wir international dabei sein wollen, müssen wir mehr Auswärtssiege einfahren“, fordert Slomka. Kapitän Steven Cherundolo sagt hinsichtlich der insgesamt mageren 96-Auswärtsbilanz trotzig: „Auswärtsschwäche war bei uns nie ein Thema. Wir wussten und wissen, was wir können.“
96 gibt sich selbstbewusst und will zum vierten Mal in Folge ohne Gegentor bleiben. Christian Pander spielt hinten links, Steven Cherundolo rechts. In der Innenverteidigung wird Slomka auf seinen vom Afrika-Cup zurückgekehrten Abwehrchef Karim Haggui sowie Mario Eggimann setzen. Emanuel Pogatetz ist noch gesperrt und Christopher Avevor trotz seiner guten Leistung in Berlin schon wieder raus, er sitzt morgen an seinem 20. Geburtstag auf der Bank. Slomka sagt, Avevor sei „ein sehr gutes junges Talent. Er muss aber an seiner Spieleröffnung noch arbeiten“.
Hinten erneut zu null und vorne wieder eiskalt – das ist der 96-Plan. Slomka ließ gestern im Training einzig Torschüsse und Angriffe üben, in verschiedenen Varianten. Mal mit Flanken von links, mal von rechts, mal gings ab durch die Mitte. Besonders hungrig auf Erfolgserlebnisse: Moa Abdellaoue und Mame Diouf, sie harmonieren immer besser und werden morgen wohl in der Startelf stehen. Jan Schlaudraff nach rechts, Lars Stindl anstelle von Konstantin Rausch auf den linken Flügel – mit dieser Offensivkraft kann 96 die Mainzer attackieren.