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Aus dem Traininglager

Der neue Kapitän bei Hannover 96 heißt Cherundolo

Steven Cherundolo ist seit Dienstag der neue 96-Kapitän. Im NP-Interview spricht er über seine neue Rolle. Sportdedakteur Dirk Tietenberg hat Cherundolo befragt.

Ein Herz für 96: Steven Cherundolo ist der neue Kapitän der Mannschaft.

© zur Nieden
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Erleben wir in Hannover bald den offensiven US-Rechtsverteidiger von der WM?

 

Ich wirke gerne offensiv mit. Wenn es sich in Hannover ergibt, bin ich der Letzte, der nicht mitgeht. Bei der Nationalmannschaft hatten wir dafür die Spielzüge. Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn das in Hannover so ist. Aber ich glaube nicht, dass wir schon ein System und eine Stammelf haben. Deshalb heißt es: Abwarten!

 

Reicht die Qualität im Kader nicht aus?

 

Alle wollen sich verstärken und verbessern. Das muss Hannover auch tun, sonst ist man irgendwann hintendran.

 

Was muss ein Kapitän tun?

 

Ich glaube nicht an die klassischen Führungsspieler wie früher. Die Verantwortung im modernen Fußball muss verteilt werden. Man kann nicht erwarten, dass einer alles kontrolliert. Ich will, dass jeder, der Verantwortung übernehmen kann, es auch tut. Wichtig ist es als Kapitän, die anderen mitzuziehen. Ich will nicht als Diktator dastehen.

 

Wenn es in der Führungsebene Streit gibt, muss ein Kapitän eingreifen?

 

Wenn man versucht, sich überall einzumischen, geht es nicht gut aus. Der Kapitän sollte das nicht machen.

 

Was erhoffen Sie sich von der 96-Zukunft?

 

Tabellenmäßig kann man das schlecht sagen. Wir sind gut beraten, so schnell wie möglich 40 Punkte reinzuholen. Wichtig ist, dass wir eine Mannschaft sind, die unglaublich schwer zu schlagen ist. Ich will in der nächsten Saison nicht sehen, dass wir ein Spiel abhaken oder aufgeben.

 

Sie sind jetzt 31 Jahre alt, hatten Angebote aus dem Ausland. Warum weiter 96?

 

Es gab Angebote, aber ich hätte das Gefühl gehabt, Hannover im Stich zu lassen. Gestandene Profis sind gegangen. Noch einer, und es wäre noch schwieriger für 96 geworden. Noch entscheidender für mich war, dass meine Arbeit hier noch nicht zu Ende ist. Hannover kann von meiner Persönlichkeit profitieren und ich von Hannover. Vom Führungsspieler zum absoluten Führungsspieler, das ist eine neue Herausforderung für mich. Dass es nicht einfach wird, war mir klar. Aber wäre ich gewechselt, hätte ich einen schlechten Geschmack im Mund gehabt.

 

Bleiben Sie auch nach der Karriere in Hannover?

 

Ich habe noch vor, ein oder zwei Jahre in Amerika zu spielen. Es könnte irgendwann eine Trennung geben zwischen mir und 96. Wo später mein Lebensmittelpunkt ist, kann ich nicht beantworten. Meine Frau fühlt sich auch in Amerika sehr wohl. Wir wollen irgendwann Kinder haben. Da muss man sich dann fragen, was das Beste ist für die Familie.

 

Wie lange wollen Sie noch spielen?

 

Wenn es mit der Nationalmannschaft irgendwann zu Ende sein sollte, werde ich mit dem Trainerschein anfangen.


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