Grund zum Jubeln: 96 freut sich über die Tore auf Schalke
Der Traumstart für Hannover 96 ist perfekt. Die als Abstiegskandidat gehandelten Niedersachsen düpierten den FC Schalke 04 und dessen Trainer Felix Magath mit einem verdienten 2:1 (1:0)-Auswärtssieg und gewannen nach dem Auftaktmatch gegen Eintracht Frankfurt auch das zweite Bundesligaspiel. Das gelang den „Roten“ zuletzt vor 45 Jahren. Da startete das 96-Team ebenfalls mit zwei Siegen in Köln und gegen den damaligen Meister Werder Bremen in die Spielzeit 1965/66.
„Wir sind überaus glücklich. Es war für uns der zweite Sieg über Schalke hintereinander. Das ist schon etwas Besonderes“, kommentierte 96-Trainer Mirko Slomka den Überraschungscoup. Noch vor zwei Wochen war er nach dem Pokal-Knockout in Elversberg vom Rauswurf bedroht. Jetzt genoss der Fußball-Lehrer den Triumph bei seiner ersten Rückkehr an die alte Wirkungsstätte in vollen Zügen. „Ich konnte auch den einen oder anderen Glückwunsch aus alten Schalker Zeiten entgegennehmen“, sagte Slomka.
Mit dem kompakten Auftritt seiner Mannschaft, die vorige Saison das Heimspiel gegen Schalke mit 4:2 gewonnen hatte, war er sehr zufrieden. Die Tore von Konstantin Rausch (31.) und Mohammed Abdellaoue (49.) besiegelten die hochverdiente Niederlage für den enttäuschenden Vizemeister, der im Endspurt durch Jermaine Jones (83.) nur noch verkürzen konnte. „Wir waren in den entscheidenden Momenten - nach vorne und im Konterspiel - richtig gut. Deswegen freue ich mich natürlich besonders für unsere Mannschaft“, sagte Slomka.
„Es gibt Kraft, wenn man sieht, wie jeder für den anderen kämpft und einsteht. Wir haben gut gespielt und verdient gewonnen. Die Position im linken offensiven Mittelfeld liegt mir“, urteilte Torschütze Rausch. Er erzielte bereits gegen Frankfurt ein Tor und entwickelt sich unerwartet zu einem Goalgetter und Leistungsträger in einem Team, für das nun saisonübergreifend sogar vier Siege in Folge zu Buche stehen.
„Wir sind mit sechs Punkten aus zwei Spielen blendend gestartet. Alle haben einen Super-Job gemacht. Schalke hat seine Abwehr komplett durchgewürfelt, dafür wurden sie bitter bestraft“, analysierte Nationalspieler Christian Schulz die Partie. Die Vorfreude auf das nächste Heimspiel in 14 Tagen gegen Bayer Leverkusen ist riesig. Nur der neue Abwehrchef Emanuel Pogatetz, der den Laden hinten dicht hielt, drückte etwas auf die Euphoriebremse: „Es wartet noch sehr viel Arbeit auf uns. Die Saison ist noch sehr lang und es ist noch ein weiter Weg bis zum Klassenerhalt.“ dpa