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Christian Wück ist der Trainer der U17-Auswahl.

Christian Wück ist der Trainer der U17-Auswahl. © Lino Arrigo Azzopardi

Fußball

Von Löw-Elf inspiriert: U17 vor erstem Titel seit 2009

Auch nach dem Abpfiff bewies der deutsche Fußball-Nachwuchs Teamgeist. Hand in Hand posierten die U17-Talente vor den zahlreichen Kameras und feierten den Einzug in das EM-Endspiel gegen Frankreich (Freitag/19.00 Uhr) mit einer La Ola.

Stara Zagora. Das verdiente 1:0 im Halbfinale über Russland sorgte nicht nur bei den Spielern für ausgelassene Stimmung. Sichtlich erleichtert kommentierte Trainer Christian Wück den imposante Siegeszug seiner Mannschaft in Bulgarien und bescheinigte ihr erneut einen "1A-Charakter": "Wir sind sehr glücklich und stolz, im ganzen Turnier noch kein Gegentor bekommen zu haben."

Wie von Wolfgang Niersbach erhofft, trat die U17 in den vorigen Tagen ähnlich überzeugend auf wie die Löw-Elf bei der WM in Brasilien. Noch vor der Abreise nach Bulgarien hatte der DFB-Präsident die 18 Spieler um Mannschaftskapitän Felix Passlack (Dortmund) an das Erfolgsrezept der Weltmeister erinnert. "Unsere A-Nationalmannschaft hat in Brasilien perfekt vorgemacht, wie man als Einheit zum Erfolg kommt."

Spiel für Spiel setzte das Team diesen Ratschlag um. Sowohl bei den Vorrundensiegen über Belgien (2:0), Slowenien (1:0) und Tschechien (4:0) als auch in den K.o.-Spielen gegen Spanien (0:0/4:2 i. E.) und Russland profitierten die Deutschen von ihrer taktischen Disziplin und hohen Laufbereitschaft.

Es passt ins Bild von einem Fußball-Märchen, dass ausgerechnet der vom Abwehrspieler zum Angreifer umgeschulte Janni Serra als Torschütze zum Matchwinner avancierte. "Das ist schon eine krasse Story. Erst falle ich bei den DFB-Sichtern als Innenverteidiger durchs Raster, und dann starte ich als Stürmer durch. Das konnte niemand vorhersehen" kommentierte der Dortmunder.

Mit der Qualifikation für die WM vom 17. Oktober bis 8. November in Chile, die bereits nach dem Krimi gegen Spanien perfekt war, wollen sich die Deutschen nun nicht mehr begnügen. Schließlich ist der erste Titelgewinn in dieser Altersgruppe seit 2009 zum Greifen nah. Damals hatten heutige Stars wie Marc-André ter Stegen, Shkodran Mustafi und Mario Götze zum 2:1-Finalsieg über die Niederlande in Magdeburg beigetragen.

Ein ähnlicher Coup soll am Freitag in Burgas gelingen. Wie das DFB-Team gewannen die Franzosen alle drei Gruppenspiele. Im Halbfinale gegen den deutschen Gruppengegner Belgien (2:1 i.E.) profitierten sie von der Stärke ihres Schlussmannes Luca Zidane. Der Sohn des ehemaligen Weltfußballers Zinedine Zidane parierte drei Elfmeter. Bis zum Showdown will es Wück im Training gemächlich angehen lassen: "Jetzt steht die Regeneration im Vordergrund."

Es spricht für den großen Zusammenhalt seiner Mannschaft, dass Serra trotz seines Siegtreffers gegen Russland keine Ansprüche auf eine Nominierung für die Startelf am Freitag stellt: "Mir ist es ehrlich gesagt egal, ob Johannes Eggestein spielt oder ich auflaufe. Hauptsache wir holen jetzt den Pokal."

dpa


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