Navigation:
Die Stuttgarter Daniel Ginczek, Martin Harnik und Daniel Didavi (l-r) feierten mit einem Affentanz.

Die Stuttgarter Daniel Ginczek, Martin Harnik und Daniel Didavi (l-r) feierten mit einem Affentanz. © Daniel Naupold

Fußball

VfB nach Affentanz gegen HSV kurz vor der Rettung

Wie kleine Kinder vollführten Martin Harnik & Co. gegen den Hamburger SV einen Affentanz. Trainer Huub Stevens nahm die Retourkutsche auf seine Schelte mit Humor und schwor den VfB Stuttgart voller Leidenschaft noch auf dem Rasen auf das ersehnte Endspiel im Kampf gegen den Abstieg ein.

Stuttgart. n. Mit einem Sieg beim SC Paderborn am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga kann der niederländische Trainer die Schwaben doch noch zum Klassenverbleib führen und damit seine zweite Rettungsmission am Neckar krönen.

Der wohl vorentscheidende Schritt zum nächsten Jahr Erstklassigkeit fiel den Schwaben gegen spielerisch limitierte Hamburger nur anfangs schwer. Nach dem Schockmoment durch das Tor von Gojko Kacar (12. Minute) drehten schon vor der Halbzeit Kapitän Christian Gentner (27.) und Martin Harnik (35.) den hitzigen Krimi.

Als Replik auf die Schelte von Stevens unter der Woche ("Ihr seid Affen, das seid ihr!") bat Harnik nach seinem neunten Saisontor sogar spontan zum "Affentanz". "Das ist doch schön, dass sie das tun. Es muss doch Spaß machen", erklärte Stevens, der darauf hinwies, dass der Ausdruck im Niederländischen "ganz harmlos" sei. Bei Harnik kam das allerdings anders rüber. "Jetzt hat er mal einen Fehler gemacht und sich in der Wortwahl vergriffen, aber wir haben es verziehen", sagte der Offenspieler im TV-Sender Sky.

Das Verhältnis Trainer-Mannschaft ist jedenfalls intakt. Das belegt nicht zuletzt die jüngste Bilanz der Stuttgarter: Nach 14 Punkten aus den vergangenen sechs Heimspielen sind sie im psychologischen Hoch. Rechtzeitig zum hochbrisanten Finale. "Wir haben es selber in der Hand. Für so eine Situation, wenn es um etwas geht, ist man Fußballer geworden", meinte Spielmacher Daniel Didavi.

Solche Sätze wie diese hat Stevens seinen Spielern in den vergangenen Wochen eingetrichtert. Vor dem Paderborn-Duell glaubt die Mannschaft an ihre Rettung. "Wir haben jetzt das Endspiel. Diese Ausgangsposition hatten uns so viele nicht zugetraut", sagte Gentner und prognostizierte vor der Dienstreise: "Da wird ein brutaler Hexenkessel herrschen. Das wird ein Fight."

Die Stuttgarter scheinen dafür gerüstet. Vielleicht auch deshalb, weil sich der Liga-16. lange auf diese prekäre Tabellensituation einstellen konnten. Letztmals belegte der VfB am 17. Spieltag einen Nichtabstiegsplatz. "Vielleicht musste es so kommen, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen", mutmaßte Gentner nach der hochüberlegenen Partie gegen erschreckend schwache Hamburger.

Im hitzigen 100. Bundesligaduell beider Mannschaften musste sich der VfB allerdings mal wieder eine mangelhafte Chancenverwertung vorwerfen lassen. Wenn seine Mannschaft noch hätte nachlegen können, dann sei der "Sack zu, dann kannst du ruhiger auf der Bank sitzen", erläuterte Stevens. "Ruhig waren wir nicht immer, aber wir haben schon immer versucht sachlich zu bleiben", sagte Dutt.

Erster Abstieg seit 1975? Das kann sich bei den Stuttgartern niemand vorstellen. Sie schalteten nach dem zweiten Heimsieg in Serie auch gleich in den Endspielmodus. "Das ist ein Spiel auf Messerschneide - Paderborn, die kämpfen um alles", meinte Youngster Timo Baumgartl. Und Harnik antwortete auf die Frage, wie seine "Affenbande" zum Aufsteiger reise: "Selbstbewusst und mit einem klaren Ziel vor Augen."

dpa


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Anzeige