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Horst Hrubesch bleibt auch nach dem 1:1 zuversichtlich.

Horst Hrubesch bleibt auch nach dem 1:1 zuversichtlich. © Thomas Eisenhuth

Fußball

Verbale Schadensbegrenzung - Hrubesch: "Sind angekommen"

Katerstimmung wollte Horst Hrubesch bei den hochgelobten deutschen U21-Junioren erst gar nicht aufkommen lassen. "Mit der zweiten Halbzeit sind wir bei dieser EM angekommen", sagte der DFB-Trainer nach dem 1:1 gegen Serbien im Auftaktspiel in Prag.

Prag. Selbst provozierende Fragen parierte das einstige Kopfball-Ungeheuer souverän: "Bei mir ist das Glas jetzt ganz voll." Halbvoll hätte es wohl besser getroffen. Die Startelf mit Triple-Sieger Marc-André ter Stegen, Weltmeister Matthias Ginter, DFB-Pokalsieger Robin Knoche und England-Profi Emre Can war weit von dem entfernt, was dem topbesetzten Kader von Coach und Experten im Vorfeld zugeschrieben wurde. "So ein Spiel ist auch eine Standortbestimmung", sagte Ginter. Torschütze Can: "Wir haben noch nichts verloren, es ist noch alles drin."

Da konnte man dem Deutsch-Türken nicht widersprechen. Doch die zweite Aufgabe gegen Dänemark, das Gastgeber Tschechien mit 2:1 besiegte, hat mit Blick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro und den EM-Titel mehr denn je den von allen zuvor bereits apostrophierten Finalcharakter aller Spiele. "Wir wussten, dass es Endspiele werden - fünf am liebsten", sagte Ginter. Das fünfte wäre das Finale.

Der erste "Endspiel" im Letna-Stadion begann vor einer enttäuschenden Kulisse von nur 5490 Zuschauern aber peinlich. Einen Ginter-Fehlpass fing der ehemalige Mainzer Filip Djuricic ab, tunnelte Knoche und vollendete zum 0:1 (8.). Nach dem einzigen guten Angriff der ersten Hälfte zeigte Can, welche individuellen Fähigkeiten der DFB-Nachwuchs hat. Der Liverpool-Profi zockte Darko Brasanac aus und traf aus dem Stand von der Strafraumgrenze zum 1:1 (17.).

Schön geredet wurde das Spiel allerdings nicht. "Es hat fast 30 Minuten gedauert, bis uns klar war, was wir da eigentlich wollten", sagte Hrubesch. "Wir hatten keinen Zugriff auf die Gegenspieler. In der zweiten Halbzeit haben wir die Bälle gewonnen und mit zehn Mann so gespielt, dass wir das Spiel hätten für uns entscheiden können." Tatsächlich lief es nach der Gelb-Roten Karte für Christian Günter (69.) merklich besser.

"Vielleicht waren wir zu aufgeregt und hatten zu viel Respekt", erklärte Can. Die Dimension des Turniers mit Olympia-Qualifikation und die Grundstimmung im deutschen Fußball ein Jahr nach dem WM-Triumph in Brasilien können schwere Beine machen. Vor allem die mediale Beachtung. Während im Stadion nur ein Drittel der von der UEFA zuvor angekündigten Fans saß, verfolgten beachtliche 5,17 Millionen Zuschauer in der ARD den ersten deutschen Auftritt. "Es mag sicherlich sein, dass es bei dem einen oder anderen so gewesen ist", räumte Hrubesch ein.

Für Pessimismus war aber kein Raum. "Wir müssen gegen Dänemark das machen, womit wir in der zweiten Halbzeit begonnen haben. Wir haben besser gespielt, gerade im Pressing. Das müssen wir weiter verbessern", sagte Barcelona- und DFB-Keeper ter Stegen.

dpa


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