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Armin Veh und seine Eintracht wollen den Bayern die vorzeitige Meisterfeier verderben.

Armin Veh und seine Eintracht wollen den Bayern die vorzeitige Meisterfeier verderben. © Fredrik von Erichsen

Fußball

Veh will Heynckes' Meisterfeier vertagen

Armin Veh kennt das Gefühl genau. "Es ist ein Traum, deutscher Meister zu sein", sagte er 2007 noch als Trainer des VfB Stuttgart. "Ich habe erst alle Umstehenden umarmt und bin dann schnell allein in die Kabine.

Frankfurt/Main. Das mache ich immer so."

Auf genau dieses Gefühl möchte Veh seinen alten Lehrmeister und Förderer Jupp Heynckes nun noch mindestens eine Woche warten lassen. Der von Heynckes trainierte FC Bayern kann sich am Samstag vorzeitig seine 23. Meisterschaft sichern - aber nur, wenn er bei Eintracht Frankfurt, Vehs aktuellem Verein, gewinnt. Und der Tabellenfünfte muss zwar wahrscheinlich ohne seinen Torjäger Alexander Meier und seinen Kapitän Pirmin Schwegler auskommen, kann im Kampf um einen Europapokal-Platz aber zurzeit selbst jeden einzelnen Zähler gut gebrauchen. Punkte verschenkt hat die Eintracht in dieser Rückrunde der Fußball-Bundesliga schon genug.

Die beiden Trainer verbindet ein ganz besonderes Verhältnis. 1979 holte Heynckes den damals 18-jährigen Veh als Spieler zu Borussia Mönchengladbach. "Jupp Heynckes war der beste Trainer, den ich je hatte", sagte Veh einmal. Erst in dieser Woche schickte er nach dem Training ein paar weitere Komplimente gen München hinterher.

"Wie die Bayern Fußball spielen, das ist seine Riesenleistung", meinte Veh. Das komme in der öffentlichen Bewertung "viel zu kurz. Jetzt arbeiten alle auch nach hinten mit und spielen viel schneller nach vorn als unter van Gaal. Das hat ihnen der Jupp beigebracht."

Auch der Vielgelobte sieht mittlerweile gnädig darüber hinweg, dass Veh als Spieler in Gladbach sein großes Talent nur viel zu selten zeigte. "Armin ist ein Guter", sagte Heynckes. "Er macht jede seiner Mannschaften besser und lässt immer attraktiven, schnellen und erfolgreichen Fußball spielen." Sein einziges Manko sei: "Er hätte auch aus seiner aktiven Karriere viel mehr machen können."

Vehs Frankfurter werden am Samstag zumindest ein unangenehmer Gegner für seine Bayern sein. Die Eintracht ist durch den 3:2-Sieg in Fürth wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt - und sie hat sich bislang noch vor keinem Gegner versteckt. Der Aufsteiger attackiert in der Regel früh und schlägt ein hohes Tempo an. Zwischen zwei Champions-League-Spielen gegen Juventus Turin gibt es selbst für eine Übermannschaft wie den FC Bayern deutlich entspanntere Aufgaben.

Ob diese besondere zeitliche Konstellation nun ein Nachteil oder sogar eine große Chance sei, weiß Veh selbst nicht so genau. "Das kann man wenden, wie man will", sagte er. "Man kann sagen: Das ist ein Vorteil für uns, weil die Konzentration vielleicht auf Juventus liegt. Man kann aber auch sagen: Die Bayern müssen ihre Spannung zwischen den Juve-Spielen hochhalten. Dann wird es für uns schwer."

Viel mehr als die Situation der Bayern beschäftigt den Frankfurter Trainer ohnehin die heikle Personallage des eigenen Teams. Kapitän Schwegler, der große Stratege dieser Elf, leidet seit dem Fürth-Spiel an einer schmerzhaften Steißbein-Entzündung und konnte deshalb unter der Woche nicht trainieren. Torjäger Meier, in dieser Saison schon 13 Mal erfolgreich, verletzte sich zu allem Überfluss am Donnerstag noch am Oberschenkel. Für beide wird es bis zum Anpfiff womöglich ein Wettlauf mit der Zeit mit eher schlechten bis sehr schlechten Aussichten. "Zur Not", sagte Veh in Anspielung auf die große Bayern- Rotation, "spielen wir halt auch mit einer B-Mannschaft."

dpa


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