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Rafael Van der Vaart steht bei Betis Sevilla vor dem Aus.

Rafael Van der Vaart steht bei Betis Sevilla vor dem Aus. © Caroline Seidel

Fußball

Van der Vaart im Abseits - Auch HSV-Fans wollen ihn nicht

Die Hoch-Zeiten sind vorbei. Rafael van der Vaart kämpft um einen erträglichen Ausklang seiner Karriere. Aber offenbar hat niemand mehr Verwendung für den früheren Top-Star.

Berlin. Nicht mal bei HSV-Fans hat Rafael van der Vaart noch Kredit. Der frühere Mittelfeldkünstler scheint mit 33 Jahren im Abseits gelandet zu sein.

Einst wurde er in der Fußball-Bundesliga als Star der Hamburger gefeiert, spielte für Real Madrid und die niederländische Nationalmannschaft. Jetzt hat sein derzeitiger Arbeitgeber Betis Sevilla keine Verwendung mehr für ihn und versucht, ihn einfach nur schnell loszuwerden.

Doch weder in China noch in Brasilien, wo der spanische Club van der Vaart angeblich im Schlussverkauf anbot, fanden sich Interessenten für den Routinier. Und auch in Hamburg lehnt eine Fan-Mehrheit offenbar die Rückkehr des einstigen Helden in neuer Rolle ab.

Im Gespräch war zuletzt ein Posten als HSV-Botschafter. In einer Online-Umfrage der "Hamburger Morgenpost" fanden jedoch bis Dienstagmittag fast zwei Drittel die Vorstellung "schrecklich", dass van der Vaart als Repräsentant zu den Hanseaten zurückkommen könnte. Nur jeder Fünfte wählte die Option "super", gut 16 Prozent meinten wenig begeistert: "Soll er doch".

Zuvor hatte HSV-Aufsichtsratsvorsitzende Karl Gernandt noch für die Idee geworben: "Rafael ist eine Integrationsfigur, ein Vorbild für viele junge Fußballer. Er hat hier für viele emotionale Höhepunkte gesorgt und von sich aus eine hohe Anhänglichkeit an den HSV."

Beim jüngsten Bundesligaspiel gegen Ingolstadt hatten HSV-Fans aber bereits mit einem Spruchband ihre Meinung zur einer VdV-Rückkehr kundgetan: "Warum nicht gleich Tim Wiese?", hieß es da. Der einstige Bremen-Keeper hatte sich in seiner Fußball-Zeit den Ruf einer Hassfigur für HSV-Fans erworben.

"Ich muss zugeben, dass ich den absoluten Tiefpunkt meiner Karriere erreicht habe", sagte van der Vaart bereits Mitte Februar der "Bild"-Zeitung. An seiner Situation bei Betis, das im hinteren Mittelfeld der spanischen Meisterschaft feststeckt, hat sich seitdem nicht viel geändert.

Rafael van der Vaart, 109-maliger niederländischer Nationalspieler, zweimaliger niederländischer Meister, niederländischer Pokalsieger und spanischer Superpokalsieger, hat neben seinen fußballerischen Fähigkeiten auch durch sein Privatleben reichlich Schlagzeilen geliefert. Trennungen, neue Liebschaften, Streit und Versöhnung - vieles geschieht bei van der Vaart in aller Öffentlichkeit.

Früher aber konnte er zumindest auch sportlich viele große Momente dagegensetzen. Bei Ajax Amsterdam, bei den Königlichen in Madrid oder bei seinem ersten Engagement für den HSV und später für Tottenham Hotspur - überall hatte van der Vaart seine großen Auftritte. Heute gelingt ihm das immer weniger. Für Betis Sevilla spielt er kaum noch. Es droht das traurige Ende einer einst großen Fußballer-Karriere.

dpa


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