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Fussball

Uwe Seeler: Großteil "spielt keinen berauschenden Fußball"

Uwe Seeler im großen Interview über das Niveau der Liga, Verletzungen und das Rentnerleben - erste Einblicke in "Diese eine Sekunde". Mehr am Freitag in der NP!

Hannover. Uwe Seeler, Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, ist wenig begeistert vom derzeitigen Niveau der Bundesliga. „Zwei Drittel der Mannschaften spielen keinen berauschenden Fußball“, sagte der 72-fache Nationalspieler dem RND in einem Interview. Seeler, der am heutigen Donnerstag 79 Jahre alt wird,  mahnt: „Wenn man den Fußball verkompliziert, gibt es Probleme.“ In seiner aktiven Zeit habe er täglich einfache Übungen am Kopfballpendel gemacht – eine heute fast vergessene Methode. „Ich glaube, dass sich viele verbessern könnten, wenn sie am Pendel trainieren würden“, sagte der vierfache WM-Teilnehmer.

Auch die aktuelle Spielergeneration sieht Seeler, der sich 1965 nach einem Achillessehnenriss – damals eigentlich gleichbedeutend mit dem Karriereende – zurück in die Nationalelf kämpfte, kritisch: „Ein bisschen wehleidiger sind sie. Ich habe noch auf Kopfsteinpflaster Fußball gespielt, auf Trümmergrundstücken. Ich sah danach immer aus  …“ Er sei zudem überrascht, wie viel die Profis heute auf dem Platz trinken: „Das Spiel hat ja zum Teil noch nicht begonnen, da haben die schon Flaschen in der Hand.“

Seeler, der mehr als 400 Tore für den Hamburger SV schoss und während seiner Karriere im Hauptberuf als Vertreter für Sportartikel arbeitete, ist mit seinem Rentnerleben vollauf zufrieden und erfreut sich daran, trotz seiner großen Erfolge normal geblieben zu sein: „Wenn ich eine Knackwurst essen will, esse ich eine Knackwurst. Und wenn ich ein Steak essen will, esse ich ein Steak. Ich bin zufrieden – was will ein Mensch mehr?“


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