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Schalkes Trainer Andre Breitenreiter (l) ist mit der Leistung seiner Mannschaft alles andere als zufrieden.

Schalkes Trainer Andre Breitenreiter (l) ist mit der Leistung seiner Mannschaft alles andere als zufrieden. © Peter Steffen

Fußball

"Unterirdisch": Breitenreiter mosert und bittet um Zeit

Das 0:3 des FC Schalke 04 in Wolfsburg wirkte wie ein Rückfall in alte Zeiten. Neu-Coach Breitenreiter bittet beim Umbruch um Geduld. Nach wie vor unklar ist die Zukunft von Jungstar Draxler.

Wolfsburg (dpa) - André Breitenreiter konnte es nicht fassen. Entsetzt nahm der neue Coach des FC Schalke 04 das uninspirierte und defensiv erschreckend schwache Spiel seines Teams beim VfL Wolfsburg an der Seitenlinie zur Kenntnis.

Verzweiflung sprach aus seiner Miene. Nach dem deutliche 0:3 (0:1) am Freitagabend fand Breitenreiter ebenso deutliche Worte: "In den ersten 20 Minuten fehlte alles. Das war unterirdisch."

Das Spiel wirkte wie ein Rückfall in alte Zeiten. Allen Königsblauen, die nach zuvor vier Punkten aus zwei Spielen S04 schon wieder auf dem Weg zur alten Stärke sahen, machte das Spiel eines deutlich: Breitenreiter hat noch viel Arbeit vor sich und ein Spitzenteam ist dieses Schalke ganz sicher nicht.

Anstatt mögliche Unsicherheiten beim Vizemeister ob der Transferdiskussionen um Kevin De Bruyne und Ivan Perisic auszunutzen, machten die Gäste den VfL ohne dessen Offensivduo in den entscheidenden Momenten noch stabiler. Bei allen drei Treffern half Schalke kräftig mit. Beim 0:1 durch Bas Dost (17. Minute) verweigerten Joel Matip und Roman Neustädter die Verteidigung. Vor dem 0:2 durch den Foulelfmeter von Ricardo Rodriguez (59.) mähte Sead Kolasinac Wolfsburgs Luiz Gustavo unnötig um. Nur zwei Minuten später ließen die Schalker den Innenverteidiger Timm Klose bei einer Ecke ungedeckt, der Schweizer netzte ohne Probleme zum Endstand ein.

"Wir schlafen da zweimal bei Standards", beschwerte sich Breitenreiter, der sein Team unmittelbar nach der bitteren Pleite auf dem Rasen zur eindringlichen Besprechung versammelte. "Wir vergessen immer schnell, was noch vor ein paar Monaten hier los war. Letzte Saison war ein Mentalitätsproblem da", sagte Breitenreiter in Anspielung auf die enttäuschende abgelaufende Spielzeit, als seine Vorgänger Jens Keller und Roberto di Matteo gescheitert waren.

"Das braucht Zeit", fügte Breitenreiter hinzu. Auch Torhüter Ralf Fährmann warb um Geduld: "Wir brauchen noch Anlaufzeit. Man hat gesehen, dass wir uns im Umbruch befinden." Personell sind noch längst nicht alle Fragen geklärt. Von Meister Bayern München kommt Pierre Emile Højbjerg bis zum Saisonende auf Leihbasis. "Wir haben erkannt, dass wir auf der Position im defensiven Mittelfeld noch Bedarf haben", erläuterte Schalke-Manager Horst Heldt.

Eine Kaufoption für den 20 Jahre alten Dänen haben die Königsblauen nicht. "Die Daten waren vorgegeben, da gab es nichts zu verhandeln", berichtete Heldt, dem im Fall Julian Draxler doch noch Verhandlungen bevorstehen könnten. Nach Medienangaben aus Italien soll Juventus Turin das Angebot für den 21 Jahre alten Nationalspieler noch einmal auf 25 Millionen Euro aufgestockt haben. Davon wusste Heldt indes nichts. "Bislang ist kein Angebot gekommen. Es gibt immer viele Gerüchte, aber die Fakten sehen anders aus", bekräftigte Heldt.

Möglicherweise kommt selbst Wolfsburg noch einmal ins Spiel. Beim VfL ist Draxler ebenfalls im Gespräch als Nachfolger für Superstar De Bruyne, der für 75 Millionen Euro zu Manchester City wechseln soll. "Ich schließe gar nichts aus", sagte Wolfsburgs Manager Klaus Allofs, als er auf mögliche Zugänge bis Montag und unter anderem konkret auf Draxler angesprochen wurde.

dpa


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