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DDR-Fußballer

Sparwasser: Mein Tor war der Anfang vom Ende"

Mit seinem Siegtreffer am 22. Juni 1974 für die DDR im WM-Spiel gegen die BRD schrieb Jürgen Sparwasser Sportgeschichte. In der Interviewreihe „Diese eine Sekunde“ vom RedaktionsNetzwerk Deutschland, dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören, spricht der 68-Jährige offen darüber, wie dieser historische Treffer auf einen Schlag sein Leben verändert hat. Auch negativ.

Hannover. „Dieses Tor gegen die BRD war der Anfang vom Ende. Meinem Ende in der DDR. Weil viele gegen das Regime waren, wurde der Hass nach dem Tor noch größer und entlud sich an mir. Mein Tor wurde jahrelang in unserer Fernsehsendung Sport aktuell gezeigt. Als Provokation gegen den Westen. Der Vater eines Kumpels hat einen Stuhl in den Fernseher geschmissen“, verrät Sparwasser. „Nach dem Spiel wurde ich zum ersten Mal bestraft. Wir wollten zu dritt auf die Reeperbahn, baten einen vom Bundesgrenzschutz, uns reinzufahren nach Hamburg. Er sagte: Die beiden anderen schon, du nicht. Wenn dich jemand erkennt, bin ich meinen Job los…“

Am Tag nach dem 1:0 im Vorrundenspiel gab es einen Bombenalarm. Im Flugzeug saß neben Sparwassers Mitspieler Hans-Jürgen Kreische BRD-Verteidigungsminister Hans Apel. Sparwasser verrät dem RND heute: „Hans Jürgen erkannte ihn nicht. Als Apel im eine Whisky-Wette über fünf Flaschen anbot, dass Westdeutschland Weltmeister wird, rief er: ‚Wo soll ich die denn hernehmen?‘ Zu Hause kamen auf einmal fünf Flaschen an. Das war Kreisches Ende – eine Wette mit dem feindlichen Verteidigungsminister. Nach 30 Jahren erst hat er, einer meiner besten Freunde, erzählt, dass der Whisky der Grund war, warum er nicht zu den Olympischen Spielen 1976 durfte.“

Heute lebt Sparwasser (68) nördlich von Frankfurt. „Meine Tochter Silke wohnt fünf Kilometer weit weg, hat einen Bahnhof gekauft. Mein Enkel Philipp arbeitet für eine US-Firma, die mit der Telekom Geschäfte macht. Was willste mehr?“ Sparwasser hat zwei Bücher geschrieben – mit Übungen für Trainingseinheiten in Fußball. Bald eröffnet er in Alzenau-Hörstein eine Fußballschule.

Das Gespräch führte das  RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) Dazu  gehören mehr als 30 Tageszeitungen mit einer Reichweite von 3,4 Millionen Lesern am Tag 


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