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Max Kruse schoss den VfL Wolfsburg mit einem Dreierpack zum Sieg gegen die TSG Hoffenheim.

Max Kruse schoss den VfL Wolfsburg mit einem Dreierpack zum Sieg gegen die TSG Hoffenheim. © Peter Steffen

Fußball

Schritt aus der Krise: Drei Kruse-Tore bei Wolfsburgs 4:2

Der Knoten bei Max Kruse ist geplatzt. Beim 4:2 gegen 1899 Hoffenheim erzielt der Nationalspieler sein erstes Tor für den VfL Wolfsburg - und legt noch gleich zwei weitere nach. Kruses erster Bundesliga-Dreierpack ebnet dem VfL den Weg aus der Krise.

Wolfsburg (dpa) - Nach seiner Gala-Vorstellung blieb Dreifach-Torschütze Max Kruse ganz cool.

"Es waren heute, glaube ich, ein paar ganz gute Momente drin", meinte der Nationalspieler nach seinem Dreierpack beim 4:2 (2:1) des VfL Wolfsburg gegen 1899 Hoffenheim und setzte danach ein breites Grinsen auf. Seit seinem Wechsel für 15 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach zum Vizemeister hatte der Stürmer noch nicht für den VfL getroffen.

Am Samstag gegen schwache Hoffenheimer platzte dann endlich den Knoten. Und wie! "Das wird ihm Auftrieb geben für die kommenden Wochen", freute sich auch VfL-Coach Dieter Hecking über Kruses ersten Dreierpack seiner Bundesliga-Karriere.

Schon nach 43 Sekunden war die Ladehemmung Kruses beendet, mit zwei weiteren Toren (62./83.) war er Sieggarant und führte seinen Club aus der sportlichen Krise. Nach zuvor vier sieglosen Pflichtspielen am Stück traf zudem vor 28 148 Zuschauern Bas Dost (7.). "Das war ein geiles Spiel", befand der der niederländische Torjäger. Durch den vierten Saisonsieg im neunten Spiel hat Wolfsburg mit nun 15 Punkten wieder Anschluss an die Champions-League-Ränge gefunden. "Jetzt sieht es schon wieder anders auch", meinte Daniel Caligiuri beim flüchtigen Blick auf die Tabelle auf dem Weg in die Kabine.

Hoffenheim hatte durch Treffer von Jeremy Toljan (30.) und Jonathan Schmid (54.) trotz schwacher Leistung zeitweilig noch einmal ausgeglichen, wartet trotzdem aber weiter auf den zweiten Saisonsieg und bleibt mit sechs Zählern im Tabellenkeller. Am Sonntag droht der Sturz auf einen Abstiegsrang. "In unserer Situation ist es insgesamt schwierig, weil wir dem schlechten Saisonstart hinterher hinken. Wir waren dran, aber haben es leider nicht geschafft", monierte Gäste-Trainer Markus Gisdol.

Sein Team agierte zu Beginn seltsam emotionslos und schwach in den Zweikämpfen - sofern sie in diese überhaupt reinkamen. Vor allem Julian Draxler bekamen sie anfangs nicht in den Griff. Der zuletzt nicht für die Nationalmannschaft nominierte ehemalige Schalker bereitete die ersten beiden VfL-Tore mustergültig vor und war auch sonst Dreh- und Angelpunkt bei den Niedersachsen.

Wolfsburg schien alles andere als verunsichert angesichts der Diskussionen um eine mögliche Kürzung der finanziellen Mittel von VfL-Mutterkonzern Volkswagen wegen des dortigen Abgas-Skandals. Am Freitag hatte VW-Vorstand und VfL-Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz vor dem Abschlusstraining noch einmal zum Team gesprochen und versucht, die Spieler zu beruhigen. Scheinbar mit Erfolg.

Früh lief alles auf eine deutliche Pleite für 1899 hinaus, doch Coach Gisdol reagierte und nahm Rechtsverteidiger Pavel Kaderabek nach nur 21 Minuten vom Feld. Über die Seite des Tschechen hatte Draxler bis dahin nach Belieben gewirbelt. Toljan rückte auf die rechte Abwehrseite, danach wurde es für Hoffenheim besser.

Der 21-Jährige wurde gegen inzwischen zu sorglose Wolfsburger nach einer halben Stunde klasse von Kapitän Eugen Polanski frei gespielt, lief alleine auf VfL-Keeper Diego Benaglio zu und vollstreckte zum Halbzeitstand. Auch nach der Pause war der VfL zunächst zu sorglos. Nach einem feinen Pass von Kevin Volland gelang Schmid im Nachfassen der Ausgleich - die Quittung für viel zu nachlässige Wolfsburger, die erst danach wieder aufwachten und im starken Kruse ihren Sieggarant hatten. "Das ist ein schönes Gefühl", meinte Kruse bescheiden.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 51,3 - 48,7

Torschüsse: 16 - 7

gew. Zweikämpfe in %: 62,9 - 37,1

Fouls: 14 - 12

Ecken: 5 - 4

Quelle: optasports.com

dpa


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