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Uwe Hünemeier köpfte ins eigene Tor. Schalke gewinnt glücklich mit 1:0.

Uwe Hünemeier köpfte ins eigene Tor. Schalke gewinnt glücklich mit 1:0. © Bernd Thissen

Fußball

Schalke sichert mit glücklichem 1:0 Europa League

Als die Schalker Profis eine Viertelstunde nach Spielende nochmal aus der Kabine kamen und zu ihren Fans in der Nordkurve gingen, ernteten sie Beschimpfungen, Spott und Pfiffe.

Gelsenkirchen. Trotz des Erreichens der Minimalziels Europa League durch das glückliche 1:0 (0:0) im letzten Saison-Heimspiel gegen den SC Paderborn waren die königsblauen Anhänger nicht zu besänftigen.

Der Unmut gipfelte in einer Blockade des Haupt- und VIP-Eingangs, der aus Sicherheitsgründen vorübergehend sogar geschlossen werden musste. Derweil diskutierten die Schalker Vorstände Peter Peters und Horst Heldt draußen mit dem aufgebrachten Publikum, das dem Team in den ersten 45 Minuten komplett die Unterstützung verweigert hatte.

"Der Grund des emotionalen Ausbruchs ist, dass wir die Erwartungen nicht erfüllt haben. Wobei es eigentlich paradox ist, weil wir uns für die Europa League qualifiziert haben", sagte Manager Heldt, der aber auch zugab: "Es liegt jetzt an uns, verlorene Herzen wieder zu gewinnen."

Der Ärger der Anhänger war verständlich nach den Turbulenzen der vergangen Wochen. Und erneut schwach war auch die Vorstellung gegen die Ostwestfalen, am Ende kam der Erfolg nur durch das Eigentor von Uwe Hünemeier in der 88. Minute zustande. Während Schalke ein Platz unter den ersten Sechs nicht mehr zu nehmen ist, rutschte das Team von André Breitenreiter mit der bitteren Niederlage vor 61 973 Zuschauern in der Veltins-Arena auf den letzten Tabellenplatz.

Selbst mit einem Sieg zum Saisonfinale gegen den VfB Stuttgart kann der Aufsteiger aufgrund der schlechten Tordifferenz maximal noch den Relegationsplatz in seiner Premieren-Spielzeit erreichen. "Wir haben noch eine kleine Chance", sagte der SC-Trainer. "Es wird Tage dauern, die Niederlage zu verarbeiten. Aber wir werden alles dafür tun, gegen Stuttgart zu gewinnen."

Nach dem blamablen 0:2 in Köln, der Freistellung von Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam sowie der Suspendierung von Marco Höger für das Paderborn-Spiel hatte Trainer Roberto Di Matteo seine Startelf gleich auf sechs Positionen umgekrempelt. Neben Boateng und Höger fehlten auch Leroy Sané, Roman Neustädter sowie Leon Goretzka und Julian Draxler. Die Beiden kamen erst zur zweiten Hälfte.

"Es war klar, dass es nach der schwierigen Woche schwer werden würde", sagte Di Matteo, der alles andere als ein Siegerlächeln im Gesicht hatte. "Das Wichtigste waren die drei Punkte. Aber es war nicht der Abschluss, den wir uns gewünscht haben."

Obwohl die Paderborner im Abstiegskampf wesentlich mehr unter Druck stehen, spielten sie unbekümmert und mutig, brachten Schalke mit zahlreichen Chancen in Verlegenheit. Doch weder Moritz Stoppelkamp noch Lukas Rupp, Marvin Bakalorz, Süleyman Koc, Srdjan Lakic oder Elias Kachunga trafen ins Schwarze. Häufig stand Torhüter Ralf Fährmann im Blickpunkt, der mit Abstand beste Schalker.

Hinten nervös, nach vorn behäbig, ohne Ideen und Durchschlagskraft: Der seit dem 2:1 in Paderborn torlose Eric Maxim Choupo-Moting scheiterte bei einem Versuch aus spitzem Winkel geradezu kläglich. Klaas-Jan Huntelaar - nach seiner Gelbsperre wieder dabei - hatte nur eine nennenswerte Chance, war aber am Ende beim 1:0 derjenige, der Hünemeier bedrängte.

Zu allem Überfluss musste Benedikt Höwedes nach einem Foul von Daniel Brückner mit einer Sprunggelenksverletzung vom Platz. Laut Heldt besteht Verdacht auf eine Blessur des Syndesmosebandes. Der Kapitän wird in der nächsten Woche beim Hamburger SV sicherlich fehlen.

 

Spieldaten:

 

Ballbesitz in %: 57,8 - 42,2

Torschüsse: 17 - 22

gew. Zweikämpfe in %: 50,3 - 49,7

Fouls: 15 - 14

Ecken: 10 - 9

Quelle: optasports.com

dpa


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