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Benedikt Höwedes (r.) traf nach einer Ecke zur 1:0-Führung gegen Hertha BSC.

Benedikt Höwedes (r.) traf nach einer Ecke zur 1:0-Führung gegen Hertha BSC. © Maja Hitij

Fußball

Schalke festigt Rang drei: 2:1 gegen Hertha BSC

Welch ein Schlussakt! Nach dem Ausgleich der dezimierten Berliner im Spitzenspiel auf Schalke geriet der Revierclub mächtig ins Wanken. Doch der Last-Minute-Treffer von Max Meyer zum 2:1 in der Nachspielzeit verwandelte die Arena in ein Tollhaus.

Gelsenkirchen. André Breitenreiter war sichtlich erleichtert. Erst Minuten nach dem Last-Minute-Sieg im Bundesliga-Spitzenspiel über Verfolger Hertha BSC legte sich beim Schalker Trainer die Aufregung. "Wir sind alle ziemlich fertig.

Es ist hochemotional, wenn man in letzter Sekunde den Siegtreffer macht. Das war Gänsehaut-Atmosphäre", kommentierte der Fußball-Lehrer den dramatischen Schlussakt der Partie.

Ähnlich euphorisch beschrieb Weltmeister Benedikt Höwedes die Jubelorgie, die der Treffer von Max Meyer in der Nachspielzeit (90.+2) auslöste: "So zu gewinnen, ist ein tolles Gefühl. Da steht die Arena Kopf und da sieht man, was hier zusammenwächst."

Dass der Sieg gegen die tapferen Berliner nur mit viel Glück zustande kam, interessierte die Schalker am Ende wenig. Zwei Wochen nach der ernüchternden 0:3-Heimschlappe gegen den 1. FC Köln fand der Revierclub zurück in die Erfolgsspur und festigte den dritten Tabellenplatz.

Zur Erleichterung von Torschütze Höwedes (27.) blieben die tagelangen Spekulationen über den angeblichen Abschied von Manager Horst Heldt, der laut unbestätigten Medienberichten zur neuen Saison durch den Mainzer Christian Heidel ersetzt werden soll, ohne sportliche Auswirkungen: "Dieses Thema hat die Mannschaft nicht belastet. Wir versuchen, weiter zu arbeiten."

Dagegen herrschte bei den Berlinern Frust. Denn nach dem Ausgleichstreffer von Salomon Kalou (73.) vor 61 336 Zuschauern in der Veltins-Arena schien der erste Punktgewinn beim Angstgegner aus Gelsenkirchen seit 2005 zum Greifen nahe. Und dass, obwohl die Mannschaft nach dem Platzverweis für Vedad Ibisevic in der 18. Minute lange Zeit in Unterzahl spielen musste.

In der hektischen Schlussphase schienen die Gäste einem Siegtreffer sogar näher als die Schalker. "Die feiern jetzt wie die Weltmeister, dabei hätten wir drei Punkte mitnehmen können", klagte Mittelfeldspieler Alexander Baumjohann.

Der achtbare Auftritt seiner dezimierten Mannschaft nötigte Trainer Pal Dardai Respekt ab: "Ich habe Mitleid mit meinen Spielern. Es war schwierig, solange in Unterzahl zu spielen. Vielleicht hätten wir einen Punkt verdient. "

Der Mut von Dardai, die Angreifer Kalou und Ibisevic als Doppelspitze in die Startelf zu berufen, machte sich nicht bezahlt. Das mit einem Platzverweis geahndete grobe Foul von Ibisevic an Schalkes Mittelfeldspieler Max Meyer durchkreuzte die Pläne vom effektiven Konterspiel.

Die schon vor diesem Fauxpas des Angreifers überlegenen Schalker, nutzten den Vorteil schnell aus. Nur neun Minuten später sorgte Höwedes bei seinem Bundesliga-Startelfdebüt in dieser Saison mit einem wuchtigen Kopfball nach Ecke von Neuzugang Johannes Geis für das 1:0.

Doch in der Folgezeit blieben Möglichkeiten von Goretzka (47./58.), Geis (61.) und Choupo-Moting (62.) ungenutzt, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Dieser fahrlässige Umgang mit Chancen wurde fast bestraft: Die Berliner waren schon bei einem Pfostenschuss von Mitchell Weiser (67.) dem Ausgleich nahe. Sechs Minuten später war Kalou nach einer Flanke von Weiser zur Stelle. Doch es spricht für die in dieser Saison zurückgewonnene Moral der Schalker, dass es am Ende doch noch etwas zu feiern gab. "Wichtig ist, dass die Köpfe in solch einer Situation nicht nach unten gehen und wir weiter versuchen, dieses Spiel zu gewinnen", lobte Trainer Breitenreiter.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 56,4 - 43,6

Torschüsse: 19 - 9

gew. Zweikämpfe in %: 59,1 - 40,9

Fouls: 18 - 16

Ecken: 7 - 6

Quelle: optasports.com

dpa


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