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Darmstadts Marcel Heller (l) freut sich auf das Derby gegen Eintracht Frankfurt.

Darmstadts Marcel Heller (l) freut sich auf das Derby gegen Eintracht Frankfurt. © Fredrik von Erichsen

Fußball

Marcel Heller freut sich auf "heißes" Hessen-Derby

In Frankfurt hatten sie für Marcel Heller eigentlich nie richtig Verwendung. Erst in Darmstadt ging es für den schnellen Angreifer bergauf. Verbittert kehrt er am Sonntag dennoch nicht zurück, wenn das brisante Hessen-Derby in der Frankfurter Arena steigt.

Darmstadt. Fußball-Hessen fiebert dem Derby zwischen Eintracht Frankfurt und dem SV Darmstadt 98 entgegen, am größten dürfte die Vorfreude auf das brisante Nachbarschaftsduell aber bei Marcel Heller sein.

Schließlich hat sich der Flügelflitzer bei seinen beiden Engagements in Frankfurt nicht durchsetzen können und will es den Verantwortlichen der Eintracht jetzt erst recht zeigen. "Das wird ein ganz heißes Spiel", sagte Heller mit Blick auf die Partie am Sonntag. "Wir sind klarer Außenseiter, die Eintracht ist haushoher Favorit", sagte der Offensivspieler und heizte die Stimmung damit zusätzlich an.

33 Jahre ist es her, dass Eintracht Frankfurt und der SV Darmstadt 98 letztmals in der Bundesliga aufeinandertrafen. Dementsprechend groß ist die Brisanz vor dem Duell des Tabellenzwölften beim -13. Schon bei der Veröffentlichung des Spielplanes wurde sich der Nikolaustag überall dick im Kalender angestrichen - auch bei Heller.

"Ich hatte meine längste Zeit als Profi bei der Eintracht", erinnerte sich der 29-Jährige, neben dem auch Jan Rosenthal und Dominik Stroh-Engel aus dem aktuellen "Lilien"-Kader eine Frankfurter Vergangenheit haben. Doch richtig angekommen ist Heller nie bei der Eintracht. "Ich bin damals als junger Spieler nach Frankfurt gekommen und habe mich dann nach einem halben Jahr schwer am Rücken verletzt", blickte Heller zurück. "Ich hatte insgesamt nicht das Standing, da wartet keiner, dass ich wieder zurückkomme."

Nach eineinhalb Jahren bei der Eintracht ging es für Heller für ein Jahr zum MSV Duisburg, wo er es in der Zweiten Liga immerhin auf 18 Einsätze brachte. Zurück in Frankfurt schlug dann aber auch der zweite Versuch fehl, sich am Main durchzusetzen. "Aber es war eine lehrreiche Zeit für mich, ich habe da viel mitgenommen", sagte Heller im Rückblick, im Groll kehrt er deshalb am Sonntag nicht zurück. "Ich bin dort immer gut behandelt worden."

Über die Stationen Dynamo Dresden und Alemannia Aachen landete Heller dann 2013 in Darmstadt und ist seitdem fester Bestandteil der Erfolgsgeschichte, die den Traditionsclub nach zwei Aufstiegen in Serie zurück ins Fußball-Oberhaus katapultiert hat. "Marcel ist ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Er drückt unserem Spiel mit seiner Schnelligkeit den Stempel auf", sagte Trainer Dirk Schuster.

"Am Anfang habe ich gedacht, wo bin ich denn hier gelandet" erinnerte sich Heller. Doch der heruntergekommene Kult-Club war genau der richtige Ort, um Hellers Karriere wieder in Schwung zu bringen. Wie bei so vielen anderen Profis auch, die in Darmstadt ihr Glück gefunden haben. Woanders verkannt, gescheitert oder abgeschrieben tummeln sie sich nun im altehrwürdigen Stadion am Böllenfalltor. Das trifft auch auf Rosenthal und Stroh-Engel zu.

Ganz besonders aber auf Heller, der in dieser Saison bereits fünfmal erfolgreich war. Ein weiterer Treffer am Sonntag würde eine für ihn bislang sehr erfolgreich verlaufene Hinrunde perfekt machen und die 98er dem großen Ziel Klassenerhalt einen Schritt näher bringen. "Ich denke mal, im Stadion wird eine bombastische Stimmung herrschen"", sagte Heller. "Ich freue mich riesig darauf."

dpa


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