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Deutschland trifft im letzten Testspiel vor der EM-Nominierung auf Italien.

Deutschland trifft im letzten Testspiel vor der EM-Nominierung auf Italien. © Andreas Gebert

Fußball

Löw testet zum letzten Mal vor EM-Nominierung

Dem Fehlstart ins EM-Jahr will die Nationalelf ein erfolgreiches Spiel gegen Angstgegner Italien folgen lassen. Mario Götze darf sich in seiner Wahlheimat präsentieren. Im Tor wird eine Alternative zu Neuer getestet. Löw könnte bei der Aufstellung mächtig überraschen.

München. Nach dem Dämpfer gegen England will die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wieder mehr EM-Vorfreude entfachen. Gegen Angstgegner Italien wollen Joachim Löw und sein Team am Abend in München ein Erfolgserlebnis liefern.

Der Bundestrainer wird im letzten Testspiel vor der Nominierung seines vorläufigen Kaders für die Europameisterschaft am 17. Mai allerdings auch noch ein paar Turnierkandidaten eine Chance geben. "Wir registrieren gute Leistungen. Und zum Zeitpunkt X müssen wir entscheiden, wen wir mitnehmen", sagte Löws Assistent Thomas Schneider.

ZIEL: Auch nach dem 2:3 im England-Spiel will Löw die Partie gegen die Squadra Azzurra zur Sichtung für den EM-Kader nutzen. Das bleibt trotz der Niederlage für den Bundestrainer vorrangiges Ziel. Doch eine weitere Niederlage würde die Vorfreude der Fans auf die EM trüben. "Klar ist, dass wir uns durch die Niederlage unter Druck gesetzt haben und gegen Italien liefern müssen", sagte Schneider.

PERSONAL: Es wird rotiert, aber wie stark? Zugesichert hat Löw dem Münchner Götze einen Einsatz. Aber was probiert der Bundestrainer sonst noch aus? In der Abwehrreihe könnten der Dortmunder Matthias Ginter und Shkodran Mustafi vom FC Valencia eine Chance erhalten. Im defensiven Mittelfeld bietet sich der Leverkusener Christoph Kramer an. In der Offensive könnten die Wolfsburger Julian Draxler und André Schürrle oder auch der Leverkusener Karim Bellarabi auflaufen.

ERSATZTORWART: Manuel Neuer reiste wegen einer Magenverstimmung aus dem Teamquartier ab. Gleich drei Alternativen stehen Löw zur Auswahl. Favorit ist nach den Trainingseindrücken der bereits in vier Länderspielen eingesetzte Champions-League-Sieger Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona. Für Bernd Leno (Bayer Leverkusen) oder Kevin Trapp (Paris St. Germain) wäre ein Einsatz das Länderspieldebüt.

MARIO I: Mario Gomez war gegen England unter den Verlierern trotzdem ein Gewinner. Der frühere Bundesliga-Torschützenkönig nahm den Schwung von seinem Club Besiktas Istanbul mit ins Nationalteam. Im 62. Länderspiel gelang ihm Treffer Nummer 26. "Es wäre auch mal gut zu sehen, wenn Mario Gomez von der Bank kommt", erklärte Schneider den ehemaligen Bayern-Profi zum Joker für das Italien-Spiel.

MARIO II: Mario Götze ist die große Bühne in der Münchner Arena versprochen worden, die er beim FC Bayern kaum mehr kennt. Nach seiner langwierigen Verletzung kam er beim Rekordmeister bislang nur einmal 53 Minuten gegen Werder Bremen zum Einsatz. "Wir müssen ihm ein Stück weit helfen bei der Nationalmannschaft", sagte Löw. Für Götze ist es ein Jubiläum, das 50. Länderspiel mit erst 23 Jahren.

BILANZ: Ein Lieblingsgegner ist etwas anderes. In 32 Spielen gab es 15 Niederlagen und nur sieben Siege gegen Italien. Der letzte Erfolg liegt über zwei Jahrzehnte zurück. Im Juni 1995 hieß es in Zürich nach Toren von Thomas Helmer und einem Eigentor von Paolo Maldini 2:0 für die DFB-Elf. Bei einem Turnier gewann noch nie ein deutsches Team. Bei der letzten EM schied das Team von Bundestrainer Löw 2012 im Halbfinale nach einem 1:2 aus. "Es ist ein Mythos, irgendein Phänomen, dass sie sich einfacher tun gegen deutsche Mannschaften", meinte Sami Khedira. "Jede Regel muss irgendwann gebrochen werden. Ich hoffe, dass es spätestens beim Turnier der Fall ist."

ITALIEN: Nationalcoach Antonio Conte sieht in der Partie einen "entscheidenden Test" gegen eine "Top-Mannschaft". "Wir versuchen, unser Spiel aufzuziehen, mit Respekt und ohne Angst", versprach der 46-Jährige. Er warnte, Deutschland werde nach der Niederlage gegen England besonders "wütend, entschlossen und konzentriert" auftreten.

dpa


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