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Joachim Löw nominiert am Freitag seinen Kader für die Länderspiele.

Joachim Löw nominiert am Freitag seinen Kader für die Länderspiele. © Arne Dedert

Fußball

Löw öffnet zum Jahresende die EM-Tür - Spiele ohne Özil?

Am Freitag gibt Bundestrainer Löw sein Aufgebot für die letzten Länderspiele des Jahres bekannt. Gegen Frankreich und Holland könnten alte Bekannte und neue Gesichter eine Chance kriegen. Die EM lockt.

München. Kurz vor der Nominierung seines Aufgebotes für die letzten Fußball-Länderspiele des Jahres konnte sich Joachim Löw von der Topform seiner Bayern-Nationalspieler noch einmal ganz persönlich überzeugen.

Der Bundestrainer war am Mittwochabend in der Münchner Arena gemeinsam mit seinen Assistenten Thomas Schneider und Andreas Köpke Augenzeuge der 5:1-Gala des FC Bayern in der Champions League gegen den FC Arsenal. Beim Sieger trumpfte aus Löws Kandidatenkreis besonders Thomas Müller als zweifacher Torschütze groß auf.

Beim Verlierer aus London ging dagegen auch Mesut Özil unter, der zwar einmal ins Tor traf, aber dabei regelwidrig den Arm zur Hilfe nahm. Auf den 27 Jahre alten Mittelfeldspieler könnte Löw in den beiden Testspielen am 13. November im EM-Endspielstadion von Paris gegen Frankreich sowie vier Tage später in Hannover gegen den in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 kläglich gescheiterten Erzrivalen Niederlande womöglich freiwillig verzichten.

Das Fachmagazin "Kicker" berichtete einen Tag vor der Bekanntgabe des Kaders an diesem Freitag, dass Löw einigen zuletzt sehr stark beanspruchten Stammkräften eine Pause gönnen wolle. Erste Kandidaten dafür seien Legionäre wie Özil oder auch Toni Kroos (Real Madrid), die in Ligen wie England und Spanien spielen, in denen es keine Winterpause gibt. Eine Ruhephase jetzt im Herbst könnte sich bei der EM im kommenden Sommer auszahlen, wie Löw aus Erfahrung weiß.

"Wir haben einen Stamm, auf den wir zählen", hatte Löw während der letzten Länderspielwoche im Oktober gesagt und angekündigt, zum Jahresende auch Spielern eine Chance geben zu wollen, die länger im Abseits standen oder in dieser Saison neu in Erscheinung getreten sind. Kandidaten dafür wären der in der Türkei aufblühende Torjäger Mario Gomez oder der junge Dortmunder Aufsteiger Julian Weigl. "Die Tür ist nicht zu", bemerkte Löw mit Blickrichtung EM: "Es gibt für einige Spieler, die hintendran stehen, immer noch gute Chancen."

Eine Rückkehr in die Eliteauswahl war grundsätzlich auch bei den Weltmeistern Sami Khedira (Wadenzerrung) und Benedikt Höwedes (Handbruch) geplant. Beide sind aber aktuell schon wieder angeschlagen, ihre Berufung darum fraglich. Risiken muss Löw nicht eingehen. Es geht in beiden Partien vor allem ums Prestige.

Auf der Torhüterposition könnte die Sichtung von Anwärtern für die Positionen zwei und drei hinter Platzhirsch Manuel Neuer beim EM-Turnier fortgeführt werden. Ron-Robert Zieler von Hannover 96 hofft auf eine Rückkehr, zumal die zweite Partie gegen Holland für ihn ein echtes Heimspiel wäre. Nach dem Leverkusener Bernd Leno gilt Kevin Trapp (Paris St. Germain) als möglicher Proband dafür, sich im Kreis der DFB-Auswahl zumindest im Training zeigen zu dürfen.

"Der Konkurrenzkampf auf der Torhüterposition ist gegeben", sagte Löw zuletzt. Neuer wiederum hatte angekündigt, unbedingt in Paris spielen zu wollen. Der Bayern-Schlussmann möchte das EM-Finalstadion auch atmosphärisch kennenlernen. Beim 2:1-Sieg des DFB-Teams im Stade de France gegen die Franzosen im Februar 2013 stand René Adler im Tor.

Die Nationalmannschaft trifft sich am kommenden Montag in München. Dort wird sie auf dem Vereinsgelände des FC Bayern trainieren. Am Donnerstag (12. November) geht es dann weiter nach Paris.

dpa


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