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Joachim Löw wird am 17. Mai seinen EM-Kader benennen.

Joachim Löw wird am 17. Mai seinen EM-Kader benennen. © Foto: Rainer Jensen

Fußball

Löw nominiert EM-Kader in französischer Botschaft

Mit der Bekanntgabe seines Kaders startet Bundestrainer Löw am 17. Mai die heiße Phase der EM-Vorbereitung. Es wird ein ähnlicher Drahtseilakt wie vor vier Jahren. Ob Schweinsteiger fit wird, ist weiter offen. Mit dem Nominierungsort setzt der DFB ein Signal.

Berlin. Seine ersten großen EM-Geheimnisse wird Joachim Löw in der französischen Botschaft in Berlin lüften. Am 17. Mai verkündet der Bundestrainer sein erweitertes Aufgebot, mit dem er sechs Tage später die komplizierte Vorbereitung auf die EM-Endrunde in Frankreich aufnehmen will.

Der Bundestrainer wird voraussichtlich zunächst mehr als die 23 Spieler berufen, die dann bei der EM vom 10. Juni bis 10. Juli dabei sind. Oliver Bierhoff sieht in den so wichtigen Wochen vor dem Turnierstart schon jetzt eine große Herausforderung für Trainer, Spieler und alle Verantwortlichen bei der deutschen Nationalmannschaft.

"Es wird schwierig, schon in der Vorbereitung für ein geschlossenes Teamerlebnis zu sorgen, wie wir das zum Beispiel in Brasilien hinbekommen haben", sagte der Teammanager dem "Kicker".

Das DFB-Pokalfinale zwei Tage vor dem Start des Trainingslagers am 23. Mai in Ascona in der Schweiz zwischen Bayern und Borussia Dortmund sowie eine mögliche Teilnahme der Münchner am Champions-League-Finale werden die Turniervorbereitung wesentlich beeinflussen. Die Pokalfinalisten reisen mit einem Tag Verspätung ins Trainingscamp.

Schaffen die Münchner am Dienstag im Halbfinal-Rückspiel gegen Atlético Madrid den Sprung ins Endspiel der Königsklasse am 28. Mai, stoßen die Profis des Rekordmeisters sogar erst eine Woche später zum DFB-Team. Die für die EM gesetzten Bayern-Asse Manuel Neuer, Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mario Götze würden dann auch das erste von zwei Testspielen gegen die Slowakei am 29. Mai in Augsburg verpassen.

"Die Integration der Spieler, die später kommen - hoffentlich in einer positiven Stimmung - muss dann schneller stattfinden", betonte Bierhoff mit Verweis auf die erschwerten Voraussetzungen vor dem EM-Turnier vor vier Jahren: "Schon 2012 kamen die Spieler in drei verschiedenen Gruppen, diesmal könnte es auch so sein." Löw sprach damals auf Sardinien von einer "zerrütteten Vorbereitung". Am 30. Mai muss Löw seinen endgültigen EM-Kader benennen.

Ob Kapitän Bastian Schweinsteiger, Wolfsburgs Julian Draxler und Liverpools Emre Can bis dahin oder bis zum ersten EM-Spiel am 12. Juni in Lille gegen die Ukraine fit werden können, ist offen. Bierhoff hat kürzlich mit Schweinsteiger (Innenbandverletzung im Knie) telefoniert. "Da war er sehr zuversichtlich", berichtete der Manager, schloss jedoch an: "Insgesamt hatte er ein schwieriges Jahr. Durch seine Erfahrung und den unglaublichen Willen, dieses Turnier zu spielen, könnte er das aber kompensieren."

Mit dem Ort der Bekanntgabe des vorläufigen Kaders will der DFB das klare Vertrauen in den EM-Gastgeber dokumentieren. "Ich glaube, dass Frankreich alles dafür tut, dass die Sicherheit gewährleistet ist", hatte Löw bereits nach den Terroranschlägen in Paris im November des Vorjahres betont.

Der 56-Jährige geht davon aus, "dass die EM friedlich verläuft, fair verläuft, für die Zuschauer spannend verläuft und dass es ein besonderes Highlight wird". Bierhoff hat den Eindruck, dass die Spieler ihre Erlebnisse von Paris inzwischen verarbeitet haben: "Wobei es individuell unterschiedlich sein mag."

Neben Löw, Bierhoff und DFB-Präsident Reinhard Grindel wird auch der französische Botschafter in Deutschland, Philippe Etienne, an der Nominierungs-Veranstaltung direkt am Brandenburger Tor teilnehmen.

dpa


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