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Joachim Löw hat den Sieg gegen Polen fest eingeplant.

Joachim Löw hat den Sieg gegen Polen fest eingeplant. © Fredrik von Erichsen

Fußball

Löw geht gegen Polen in sein Jubiläumsjahr

Es ist das wichtigste Länderspiel seit dem WM-Finale 2014. Will sich Weltmeister Deutschland im Oktober ein Zittern in den letzten beiden EM-Quali-Spielen ersparen, muss gegen Polen und Schottland gepunktet werden. Der Nachbar kommt mit viel Selbstbewusstsein nach Frankfurt.

Frankfurt/Main. Joachim Löw startet am Abend mit dem EM-Qualifikationsspiel gegen Polen in sein zehntes Jahr als Bundestrainer. Von besonderem Druck will der Freiburger trotz der Tabellensituation nichts wissen.

Den 83. Sieg als DFB-Chefcoach hat Löw in der mit 48 500 Zuschauern ausverkauften Frankfurter Arena fest eingeplant. "Ich freue mich, dass es solche entscheidenden Spiele gibt. Das ist eine besondere Herausforderung", unterstrich Löw.

AUSGANGSLAGE: Vier Spieltage vor dem Ende liegt Deutschland (13 Punkte) in Gruppe D hinter Polen (14) und vor Schottland (11) auf Rang zwei. Der Weltmeister könnte sogar auf Rang drei zurückfallen, wenn die Schotten ihre Aufgabe in Georgien lösen sollten und Deutschland gegen Polen auch das Rückspiel verliert. Dann wäre die Partie der DFB-Elf am Montag in Glasgow schon ein kleines Endspiel.

ENDRUNDEN-PLÄTZE: Der Gruppensieger und der Zweite buchen wie der beste Gruppen-Dritte ein Direktticket für die EM-Endrunde vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 in Frankreich. Erstmals wird das Turnier mit 24 Mannschaften ausgetragen. Die weiteren Gruppen-Dritten spielen in zwei Playoff-Spielen im November die letzten vier Teilnehmer aus.

SELBSTBEWUSSTE POLEN: Das Team um Bayern-Stürmer Robert Lewandowski ist in der laufenden Qualifikation noch ungeschlagen. "Polen hat ein Hochgefühl, eine kleine Euphorie. Sie haben die große Chance, wieder bei einem Turnier dabei zu sein", sagte Löw: "Sie haben eine gute Harmonie, die Unterstützung der Fans und Freude am Spiel." Nur beim 2:2 gegen Schottland und beim 1:1 in Irland gab die Mannschaft von Trainer Adam Nawalka Punkte ab. "Wir wissen, dass wir auf einen Gegner treffen, der gefährlich ist. Und es keinen Selbstläufer geben wird", sagte Löw. "Unser Ziel ist ein Sieg", verkündete Nawalka.

PERSONAL: Auf Offensiv-Trumpf Marco Reus muss Löw verzichten. Der Dortmunder fällt mit einer angebrochenen Großzehe gegen Polen und auch gegen Schottland aus. Vor allem Mario Götze, Thomas Müller und Mesut Özil sollen nun für Torgefahr sorgen. Özil hatte zuletzt mit Knieproblemen gekämpft, soll aber wieder fit sein. Auf der rechten Verteidigerposition wird der Hoffenheimer Sebastian Rudy erwartet.

BILANZ: Das 0:2 im Hinspiel in Warschau war die erste deutsche Niederlage in einem Länderspiel gegen Polen. In den insgesamt 19 Vergleichen gab es ansonsten zwölf Siege für Deutschland, dazu sechs Unentschieden. "Das 0:2 liegt uns noch immer schwer im Magen", bemerkte Götze.

TORJÄGER: In sechs Qualifikations-Partien hat Lewandowski schon siebenmal für Polen getroffen. "Wenn man einen Mittelstürmer beschreiben müsste, würde ich sagen, dass Lewi alles mitbringt. Er ist eiskalt vor dem Tor", sagte sein Bayern-Kollege Götze. Der Münchner Thomas Müller ist mit fünf Treffern der beste deutsche Torschütze in der laufenden Ausscheidung. Der gebürtige Pole Lukas Podolski hat im aktuellen DFB-Kader mit vier Treffern gegen die Auswahl des Nachbar-Landes am häufigsten getroffen.

NEULING: Der gebürtige Frankfurter Emre Can könnte als 76. Spieler in der Ära Löw zu seinem Länderspiel-Debüt kommen. Der 21-Jährige vom FC Liverpool ist für Löw auch eine Alternative auf der rechten Abwehrseite. Beim FC Liverpool spielt Can im defensiven Mittelfeld.

dpa


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