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Die Spieler des FC Barcelona feiern den 2:1-Sieg.

Die Spieler des FC Barcelona feiern den 2:1-Sieg. © Andreu Dalmau

Fußball

Leverkusen-Pleite nach späten Gegentoren im Camp Nou

Die Sensation war drin, doch am Ende jubelte Barca. Nach zwei Gegentoren in der Schlussphase verliert die Elf von Roger Schmidt beim Titelverteidiger. Im Gegensatz zum 1:7 vor dreieinhalb Jahren war es aber ein Duell auf Augenhöhe.

Barcelona. Bayer Leverkusen hat binnen zwei Minuten eine mögliche Sensation beim FC Barcelona leichtfertig verspielt. Die Werkself kassierte nach späten Gegentoren von Sergi Roberto (80.) und Luis Suarez (82.) eine 1:2 (1:0)-Niederlage beim lange Zeit desorientierten Titelverteidiger.

Leverkusen verpasste damit die Revanche für die historische Schmach von 2012. Damit bleibt in der Champions-League-Gruppe E weiter alles offen. Die Leverkusener, die an gleicher Stelle im Achtelfinale vor dreieinhalb Jahren mit 1:7 sang- und klanglos untergangen waren, weisen drei Punkte auf. Barcelona, das den verletzten Superstar Lionel Messi schmerzlich vermisste, steht bei vier Zählern.

"Wir waren nah dran, für eine kleine Sensation zu sorgen. Wir sind es zum Teil selbst Schuld. Die Konter hätten wir seriöser durchspielen müssen. Barcelona hat eine enorme Qualität, alles lässt sich nicht vermeiden. Es ist bitter, in so kurzer Zeit zwei Tore zu kassieren", sagte Bayer-Kapitän Lars Bender.

Trotz der Niederlage war es diesmal aber ein Duell auf Augenhöhe. Das lag einerseits an der couragierten Vorstellung der Mannschaft von Roger Schmidt, die immer wieder gefährliche Konter setzte. Beim Führungstor durch Kyriakos Papadopoulos (22.) half Barca aber auch kräftig mit. Nach einer Ecke von Hakan Calhanoglu gingen Jérémy Mathieu und Luis Suárez nicht zum Kopfball, der frühere Gladbacher Keeper Marc-André ter Stegen blieb wie angewurzelt auf der Linie, sodass der Grieche problemlos einköpfen konnte. Lang lag sogar die erste Heimniederlage des spanischen Meisters in der Königsklasse seit dem 1. Mai 2013 beim 0:3 gegen den FC Bayern in der Luft. Doch die Schlussoffensive der Gastgeber zerstörte alle Leverkusener Hoffnungen. Bayer ist nun am 20. Oktober im Heimspiel gegen den italienischen Vizemeister AS Rom gefordert, soll das Achtelfinale nicht aus den Augen verloren gehen.

Die Katalanen waren vor 65 000 Zuschauern indes ohne ihren verletzten Genius Messi (Innenbandriss im Knie) nicht wiederzuerkennen. "Es ist ein kleiner Vorteil, wenn der beste Spieler der Welt nicht dabei ist. Gott sei Dank bleiben wir heute von ihm verschont", hatte Bayer-Sportchef Rudi Völler schon vor dem Spiel gesagt. Bei der höchsten Europacup-Pleite der Clubgeschichte im März 2012 hatte Messi einst mit fünf Toren Bayer gedemütigt.

Hatten sich die Leverkusener damals ängstlich ihrem Schicksal ergeben, spielten sie diesmal von Beginn an mutig nach vorne. Schon nach 67 Sekunden hatte der mexikanische Neuzugang Javier "Chicharito" Hernandez die erste Chance, aber ter Stegen war zur Stelle. Die Gastgeber, die sich ungewöhnliche viele Ballverluste leisteten, kamen nur schwer ins Spiel. Ein Kopfball von Ivan Rakitic (6.) und ein Schuss von Sandro (10.) wurden von Bayer-Keeper Bernd Leno entschärft.

Danach kam Leverkusen immer besser ins Spiel. Kevin Kampl hatte noch vor dem Tor von Papadopoulos zwei gute Chancen (19.), dazu zwang Karim Bellarabi den deutschen Nationalkeeper ter Stegen aus kurzer Entfernung zu einer Parade (36.). Für den Schlussmann, der zuvor in sieben Pflichtspielen 16 Gegentore kassiert hatte, war das Spiel die letzte Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Am Wochenende soll der von einer Verletzung genesene Claudio Bravo in der Liga wieder zwischen die Pfosten rücken.

So richtig brenzlig wurde es für Leverkusen im ersten Durchgang nur einmal, als Neymar den Pfosten traf und Papadopoulos anschließend den Schuss von Sandro auf der Linie klärte (37.). Von Neymar, der wegen einer Schwalbe auch die Gelbe Karte sah, ging noch die größte Gefahr aus.

Wer dachte, die Pfiffe der spanischen Fans würden der Mannschaft von Luis Enrique im zweiten Durchgang Beine machen, sah sich getäuscht. Die erste Chance gehörte wieder Bayer, als Hernandez frei vor ter Stegen den Ball über das Tor setzte (50.).

Und Barcelona? Die Spanier hatten weiter ihre besten Aktionen, wenn Neymar beteiligt war. Der Brasilianer verfehlte zweimal knapp das Ziel (57. und 64.). Erschwerend kam hinzu, dass Mittelfeldmotor Andres Iniesta nach gut einer Stunde verletzt vom Platz musste. Doch mit einer starken Schlussoffensive gelang doch die Wende.

dpa


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