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DFB-Trainer Joachim Löw (r) wird auch nach der EM weiter auf der deustchen Bank sitzen.

DFB-Trainer Joachim Löw (r) wird auch nach der EM weiter auf der deustchen Bank sitzen. © Arne Dedert

Fußball

Lagerbäck, Deschamps, del Bosque: Zukunft der EM-Trainer

Das Abschneiden bei der EM entscheidet über die Zukunft einiger Nationaltrainer. Englands Coach Hodgson zog bereits Konsequenzen. Während Trainer wie Italiens Conte ihre Zukunft schon geklärt haben, hängt etwa bei Frankreichs Deschamps viel vom nächsten Spiel ab.

Paris. Roy Hodgson hatte gar keine andere Wahl. Wie gut er auf sein Ende als Nationaltrainer vorbereitet war, zeigte ein kleiner Zettel nach dem für England desaströsen 1:2 im EM-Achtelfinale gegen Island. Hodgson las seine Rücktrittserklärung ab.

Er hatte bereits vorher gewusst, dass er bei einer Niederlage gegen Island keine Zukunft bei den Three Lions haben würde. Diesem ungeschriebenen Gesetz unterliegen einige Trainer bei der Fußball-EM. Manche haben ihre Zukunft schon geklärt, bei anderen hängt es wie bei Hodgson vom weiteren Abschneiden im Turnier ab. Die Deutsche Presse-Agentur blickt auf die Trainer einiger Nationalteams.

ITALIEN: Bei Deutschlands Viertelfinal-Gegner ist alles geklärt. Antonio Contes Wechsel zum Premier-League-Club FC Chelsea nach der EM ist bereits seit Anfang April beschlossene Sache. Ein Nachfolger ist in Giampiero Ventura seit Anfang Juni auch gefunden. Es war das erste Mal in der Geschichte der italienischen Nationalelf, dass ein Trainer-Abschied bereits vor einem großen Turnier feststand.

ENGLAND: England ist raus, Hodgson ist weg - und der Verband lässt sich mit der Nachfolgersuche erst mal Zeit. Die FA will im Extremfall bis zu ein Jahr mit der Verpflichtung eines neuen Trainers warten. Damit würden die Chancen potenzieller Anwärter wie Jürgen Klinsmann oder Arsène Wenger steigen. Ex-Nationalspieler Carragher sprach sich bereits für Klinsmann aus. "Er hat ein WM-Halbfinale mit Deutschland erreicht, das Copa-America-Halbfinale mit den USA und er kennt unser Spiel", sagte er der "Daily Mail" über den Coach der Amerikaner.

SPANIEN: Der Abschied von Vicente del Bosque ist zwar noch nicht offiziell, aber sehr wahrscheinlich. Er müsse das mit dem Präsidenten besprechen, sagte der 65-Jährige nach dem 0:2 im Achtelfinale gegen Italien. Die Suche nach einem Nachfolger des Weltmeister-Trainers läuft aber zumindest in den Medien schon auf Hochtouren. Nach Angaben der "Marca" ist Julen Lopetegui, der bereits die spanische U21-Auswahl trainiert hat, Favorit. "As" handelt den derzeit vereinslosen Joaquín Caparrós (zuletzt FC Granada) als Topkandidaten.

ISLAND: Auch bei der Sensations-Mannschaft des Turniers ist bereits alles geklärt. Aus dem bisherigen Trainer-Doppel Lars Lagerbäck und Heimir Hallgrímsson bleibt nach der EM nur einer übrig. Schon vor Wochen hatte der Schwede Lagerbäck seinen Rücktritt angekündigt. Der 67-Jährige wird wohl seine Karriere beenden, Hallgrímsson macht alleine weiter.

FRANKREICH: Wie Hogdson wird wohl auch Didier Deschamps seine Zukunft als Nationaltrainer vom weiteren Verlauf des Turniers abhängig machen. Sollten die Franzosen im Viertelfinale ebenfalls an Island scheitern, könnte auch Deschamps zurücktreten. "Jetzt bin ich bei der Euro. Man wird sehen, was passiert. Danach gibt es eine Analyse", sagte der 47-Jährige unmittelbar vor dem EM-Beginn in einem Interview der Sportzeitung "L'Équipe". Als Nationalcoach hat er noch einen Vertrag bis 2018.

SCHWEIZ: Nationaltrainer Vladimir Petkovic bleibt trotz des Achtelfinal-Knockouts seiner Mannschaft im Amt. Er hatte bereits im März 2016 seinen Vertrag bis Ende 2017 verlängert. Sollte die Schweiz sich für die WM in Russland 2018 qualifizieren, würde sich der Kontrakt erneut verlängern.

TÜRKEI: Schon nach der Niederlage im zweiten Turnierspiel gegen Spanien hatte Fatih Terim Rücktrittsgedanken geäußert. Nach dem Ausscheiden in der Vorrunde ist er aber weiterhin türkischer Nationaltrainer. Aber es ist eher unwahrscheinlich, dass er es bleibt. Eine Trennung ist wohl nur eine Frage der Zeit.

DEUTSCHLAND: Als Bundestrainer scheint Joachim Löw unantastbar. Auch bei einer Viertelfinal-Niederlage gegen Italien würde er seinen bis 2018 geltenden Vertrag wohl erfüllen. DFB-Boss Reinhard Grindel strebt darüber hinaus eine langfristige Zusammenarbeit mit Löw an. "Wenn der Bundestrainer nach der EM auf mich zukommt und über eine Vertragsverlängerung reden möchte, werden wir uns zusammensetzen", hatte er dem "Hamburger Abendblatt" gesagt.

dpa


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