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In München fiebert man dem Gast aus Wolfsburg entgegen.

In München fiebert man dem Gast aus Wolfsburg entgegen. © Sven Hoppe

Fußball

Kribbeln beim Meister - Reizklima beim Pokalsieger

Sturm-Diva Dost beschäftigt den VfL Wolfsburg vor dem Liga-Gipfel. Beim FC Bayern gibt's dagegen reichlich Streicheleinheiten. Rachegelüste hegen die Münchner trotz zweier ärgerlicher Niederlagen keine. Denn zur Wiesn ist der VfL eh ein gern gesehener Gast.

München. Der Vizemeister muss sich mit einer Egoismus-Debatte rumärgern, der Champion verteilt Streicheleinheiten - und zur Wiesn ist der VfL Wolfsburg ohnehin ein gern gesehener Gast beim FC Bayern.

Die Münchner fiebern dem Topspiel entgegen, können den Kontrahenten um Sturm-Diva Bas Dost dabei auf sieben Punkte distanzieren. "Der deutsche Meister gegen den Vizemeister und Pokalsieger - und das auch noch am Abend unter Flutlicht. Mehr Kribbeln geht kaum, solche Fußball-Feiertage sind die Höhepunkte einer jeden Bundesliga-Saison", schwärmte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Die Liga-Dominatoren der vergangenen zwei Jahre müssen sich in der Anfangsphase der Saison gleich mit zwei hartnäckigen Kontrahenten rumplagen: Wolfsburg (11 Punkte) und Dortmund, das wie der FC Bayern 15 Zähler auf dem Konto hat. "Das ist gut für die Bundesliga. Die Leute wollten Konkurrenten für Bayern München - das haben wir in diesem Jahr. Glückwunsch." Wolfsburg sei eine "Top-Mannschaft", lobte Bayern-Coach Pep Guardiola.

Und die Konkurrenz ist keck. "Wir fahren da nicht hin, um Unentschieden zu spielen", erklärte Dost, der für reichlich Zündstoff beim VfL sorgt, vor der Partie am Dienstag (20.00 Uhr). Die Reibereien mit dem zickigen Torjäger Dost, zweifacher Torschütze beim 2:0 gegen Hertha BSC, hätten sich die Niedersachsen gerne erspart.

Der VfL war am Montag bemüht, das Thema zu beenden - vorerst. "Das ist ausgesprochen, ausgestanden und da wird auch nichts hängen bleiben", meinte Wolfsburgs Coach Dieter Hecking nach seiner heftigen öffentlichen Attacke gegen Dost.

Ob es tatsächlich so kommt, ist trotz einer Aussprache am Sonntag fraglich. Zweifel nährte Hecking selbst. "Wir haben versucht, die Sache aus der Welt zu schaffen. Ich gehe davon aus, dass sich das Thema erledigt hat", sagte Hecking der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung".

Trotz der zwei Tore hatte er den Niederländer öffentlich gerüffelt, weil dieser sich nach der Auswechslung beim Champions-League-Spiel gegen ZSKA Moskau divenhaft verhalten habe.

Gereizte Stimmung in Wolfsburg also. Dagegen konnten die Bayern-Verantwortlichen mit der kräftigen Rotation beim 3:0 in Darmstadt etwas für das Betriebsklima tun. Startelfdebütant Kingsley Coman traf gleich. Sebastian Rode, Joshua Kimmich & Co. nutzten ihre Chancen, wurden von Guardiola und Sportvorstand Matthias Sammer reichlich gelobt.

Doch im Liga-Gipfel dürften zuletzt lange oder ganz geschonte Kräfte wie Philipp Lahm, Xabi Alonso, Thiago und Thomas Müller wieder das Kommando übernehmen. "Alle sind fit", sagte Guardiola mit Blick auf die jüngst angeschlagenen Spieler. Langzeitverletzte wie Arjen Robben oder Franck Ribéry fehlen dagegen natürlich weiter. Der nach Blessur genesene Robert Lewandowski hat laut Guardiola "gut trainiert".

Zum Rückrunden-Auftakt der vergangenen Saison düpierten die Wolfsburger den FC Bayern mit 4:1, beim Supercup gewannen die Niedersachsen im Elfmeterschießen. "Vergessen", sagte Guardiola. Von einer nahenden Revanche will er deshalb nicht reden. "Das Wichtigste ist, dass wir auf uns selbst schauen", forderte auch Abwehrchef Jérôme Boateng.

Am Dienstag steht der erste von zwei Bundesliga-Knallern zu Hause während des Oktoberfestes an - am 4. Oktober kommt dann Dortmund. Seit 2010, als unter Trainer Louis van Gaal gar der traditionelle Wiesn-Besuch abgesagt wurde, gab es keinen richtigen Wiesn-Kater mehr. Oktoberfestspiele gegen Wolfsburg lassen in den Bierzelten die Feierlaune ohnehin steigen: Dreimal liefen die Niedersachsen in den vergangenen zehn Jahren während der Wiesn in München auf, dreimal verloren sie zu Null. In insgesamt 21 Pflichtspielen in München gab es 20 Siege und ein Remis.

dpa


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