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Diagnose Krebs

Köhler: „Viele Fußballer wissen ihr Leben nicht zu schätzen!“

Heute auf den Tag vor sieben Monaten bekam Fußballprofi Benjamin Köhler (35) die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. „Ich war im dritten Stadium, die Metastasen waren in Brust und Bauch. Die Heilungschancen lagen bei 80 Prozent. Aber 20 Prozent packen es eben auch nicht. Ich habe an den Tod gedacht“, sagt Köhler in einem Interview. Der Spieler von Union Berlin hat den Krebs besiegt und befindet sich seit rund 10 Tagen wieder im lockeren Lauftraining.

Hannover. „Viele Fußballer wissen ihr Leben nicht zu schätzen. Wir alle haben ein super Leben, können uns alles leisten, haben viel Freizeit. Klar, es gibt auch negative Punkte: Der Zeitraum, in dem wir Geld verdienen, ist kurz, wir können nicht oft feiern gehen, müssen aufpassen in der Öffentlichkeit. Trotzdem. Wir können uns nicht beschweren! Das erst durch so eine Krankheit so intensiv erfahren zu haben, ist eigentlich schade“, sagt Köhler, der 169 Bundesligaspiele und 138 Zweitligapartien bestritten hat und noch bis 2016 bei Union Berlin unter Vertrag steht.  

Nach Bekanntwerden der Diagnose hatte seine Mannschaft in der 7. Minute das Spiel gegen den VfL Bochum unterbrochen. Die Spieler liefen zur Haupttribüne, streiften sich Köhler-Trikots über und hielten ein Transparent hoch mit der Aufschrift „Eisern bleiben Benny“. „Das war ein so trauriges Gefühl im Stadion. Die siehst die tolle Aktion, doch du wirst konfrontiert: Ich habe eine scheiß Krankheit.“ Köhler ringt mit den Tränen, wenn er über seinen Sohn Dian (7), dem er verschwiegen hat, wie schlimm die Krankheit ist, spricht. „Ihn hat am meisten interessiert, wann ich wieder trainieren kann“, sagt Köhler, „Wenn du deinen 7. Geburtstag hat, habe ich ihm versprochen“. Köhler hielt Wort.  

„Ich vermisse den Schweißgeruch, den Rasengeruch, die Kabine, meine Fußballschuhe. Ich freue mich auf meine Fußballschuhe. Mein Ziel ist die Rückrunde. Es kann aber länger dauern. Ich muss schauen, wie der Körper mitmacht, die Muskeln. Die Ärzte sagen, dass ich aufpassen muss, nicht zu ehrgeizig zu sein, langsam zu machen.“ Und fügt schmunzelnd an: „Das konnte ich nie.“ 

von Marco Fenske

Das ganze Interview in der NP oder auf hannover.sportbuzzer.de


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