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Albaniens Spieler stürmen nach dem Schlusspfiff zu ihren Fans.

Albaniens Spieler stürmen nach dem Schlusspfiff zu ihren Fans. © Yuri Kochetkov

Fußball

Historische Chance für Albanien nach 1:0-Sieg gegen Rumänien

Albanien hat das Achtelfinale im Blick, Rumänien fährt enttäuscht nach Hause. Das Finale in der Vorrundengruppe A hatte es in sich. Sadiku erzielte den ersten EM-Treffer in der Geschichte Albaniens.

Lyon. Voller Freude stürmten die albanischen Fußballer in die Kurve ihrer zahlreichen Fans und ließen sich mit La-Ola-Welle und ohrenbetäubendem Lärm feiern.

"Das war so emotional, das kann ich gar nicht beschreiben. Ich bin sehr glücklich", sagte Armando Sadiku, der Torschütze des Tages. Mit dem ersten Treffer in der EM-Geschichte Albaniens in der 43. Minute hat der 25 Jahre alte Mittelstürmer sein Team vor 49 752 Zuschauern in Lyon zum 1:0 (1:0)-Sieg gegen Rumänien geführt. Mit dem ersten Sieg bei einer Endrunde hat der krasse Außenseiter mit drei Punkten nun die Chance als einer der vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale der EM einzuziehen.

Die albanischen Fans feierten den Erfolg des Teams um den Kölner Bundesligaprofi Mergim Mavraj wie einen Turniersieg. "Das ist ein großartiges Gefühl. Ich bin mir so sicher, dass wir das verdient haben. Ich hoffe, das wir das Glück haben weiter zu kommen", sagte der erst spät eingewechselte Lorik Cana. "Wir haben natürlich Schwächen im Vergleich zu anderen Teams, aber dafür haben wir den Willen, unser Herz und unsere Einsatzbereitschaft", sagte der Kapitän der Albaner.

"Es ist unfassbar, was das für unser Volk bedeutet. Unser Land ist von so vielen Negativ-Schlagzeilen gekennzeichnet. Das macht mich unheimlich stolz, dass wir den Menschen ein Lächeln schenken konnten", sagte Mavraj.

Nun muss das Team des italienischen Trainers Gianni De Biasi die letzten Spiele der anderen Staffeln abwarten, um Gewissheit über einen möglichen Einzug in die Runde der letzten 16 Teams zu bekommen. Für die Rumänen ist das Turnier als Gruppenletzter mit nur einem Punkt beendet.

Dabei unterstrichen die Osteuropäer, die zuletzt bei der EM 2000 die Gruppenphase überstanden, zunächst ihre Favoritenrolle und setzten den EM-Debütanten von Beginn an unter Druck. Die Mannschaft trat sehr aggressiv und mit großer Laufbereitschaft an. Der zuvor mit jeweils einem Treffer in den Gruppenspielen erfolgreiche Bogdan Stancu hatte mit einem Volleyschuss (8.) die erste große Chance, Denis Alibec versuchte es ebenfalls aus der Distanz (14.) und scheiterte.

Die Albaner, die zunächst überraschend auf Cana verzichteten, kamen erst allmählich in Schwung. Ermir Lenjani auf der linken Seite und der Freiburger Amir Abrashi in der Zentrale sorgten für Gefahr und erste Torgelegenheiten.

Kurz vor der Pause krönte Mittelstürmer Sadiku mit einem sehenswerten Kopfball nach Flanke von Ledian Memushaj die Bemühungen des Außenseiters mit dem Führungstor. Schon zuvor hatte die Mannschaft ihre Offensivstärke angedeutet.

Der erste Treffer bei einer EM-Endrunde löste große Jubelstürmer auf dem Rasen und auch im Fanblock aus. Die große Anhängerschar der Albaner zündete dabei auch Feuerwerkskörper.

Nach dem Rückstand erhöhten die Rumänen zwar den Druck, die besseren Chancen erarbeitete sich aber zuvor der Außenseiter. Torschütze Sadiku vom FC Vaduz aus Liechtenstein verdribbelte sich bei einem Konter am rumänischen Strafraum (50.). Memushaj vergab in der 70. Minute noch eine gute Möglichkeit. In der Schlussphase retteten die Albaner mit viel Glück und Einsatz gegen anrennende Rumänen den Sieg. Florin Andone traf mit einem Rechtsschuss nur die Querlatte (76.).

dpa


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