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Bastian Schweinsteiger fehlte beim Abschlusstraining des FC Bayern München.

Bastian Schweinsteiger fehlte beim Abschlusstraining des FC Bayern München. © Andreas Gebert

Fußball

Heynckes richtet alles auf Barcelona aus

Jupp Heynckes richtet alles auf den FC Barcelona aus. Auch wenn die Seriensieger des FC Bayern in Hannover weitere Bundesliga-Rekorde brechen können, wird der Meister-Trainer seine Personalentscheidungen ganz dem Champions-League-Halbfinale gegen Lionel Messi und Co.

München. unterordnen.

Die Kernfrage des 67-Jährigen für die 90 Spielminuten an diesem Samstag lautet darum: "Wer braucht noch Spielminuten? Wer kann den Samstag-Dienstag-Rhythmus in der jetzigen Saison-Situation gut verkraften und gut wegstecken?"

Von den fixen Einsatzkräften gegen Barça hat Tüftler Heynckes Torwart Manuel Neuer sowie die Feldspieler Franck Ribéry, David Alaba und Mario Gomez auch für die Startelf in Hannover eingeplant. Und wie beim jüngsten 4:0 gegen den 1. FC Nürnberg soll Claudio Pizarro wieder als hängender Stürmer agieren, auch, um wegen der Sperre von Mario Mandzukic im Hinspiel gegen Barcelona am Dienstag weitere Spielpraxis zu sammeln. "Wir brauchen Claudio", erläuterte Heynckes.

Ribéry und Alaba, die im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg (6:1) wegen Sperre beziehungsweise Erkrankung gefehlt hatten, sollen einen Wettkampfreiz erhalten. Und Neuer spielt, "weil ich einen Torwart vor so einem wichtigen Champions-League-Spiel nicht wechseln kann", wie Heynckes am Freitag begründete.

Eine reine Reservistentruppe wird also nicht auflaufen, sondern "eine Mannschaft, die in der Lage ist, in Hannover zu gewinnen", wie Heynckes erklärte. Ihm sei wichtig, "dass wir im Spielfluss und Rhythmus bleiben. Die Konzentration muss hochgehalten werden."

Einige Akteure sind allerdings angeschlagen. Mandzukic erlitt im Pokal-Halbfinale gegen Wolfsburg eine Knie-Prellung. Er reiste ebenso nicht mit nach Niedersachsen wie Bastian Schweinsteiger, der wegen Problemen am Sprunggelenk schon das Abschlusstraining ausgelassen hatte. Die Blessur sei "eine Kleinigkeit", beruhigte Sportvorstand Matthias Sammer. Thomas Müller plagt eine geprellte Hüfte.

Ambitioniert auftreten werde auch ein möglicher "FC Bayern light", wie Kapitän Philipp Lahm ankündigte: "Wir haben Rekorde zu brechen in der Liga, die will man gerne mitnehmen, keine Frage. Wir wollen keine Spiele verlieren in der Rückrunde." Mit dem 26. Sieg in einer Saison (neue Bestmarke) würden die Münchner am 30. Spieltag zugleich den Punkterekord von Borussia Dortmund (81 Zähler) aus der vergangenen Saison einstellen. Zudem könnten sie zum 20. Mal zu Null spielen, auch das wäre ein Spitzenwert in 50 Jahren Bundesliga.

"Die Meisterschaft nehmen wir ernst, weil wir im Rhythmus bleiben wollen", erklärte auch Sammer. Aber selbst der ehrgeizige Sportvorstand machte ausnahmsweise eine Einschränkung: "Natürlich kommen jetzt immer mehr die Gedanken Richtung Barcelona."

Seine Testläufer für Barça wird Heynckes auf einen hochmotivierten Gegner einstellen: "Man weiß, dass es in Hannover immer hoch hergeht. Hannover hat noch Ambitionen, in die Europa League zu kommen. Das Team ist aggressiv, laufstark und körperlich sehr robust."

96-Coach Mirko Slomka ist überzeugt, dass die Bayern auch mit dem FC Barcelona im Hinterkopf ein starker Widersacher sein werden. "Die Bayern lassen in dieser Saison nichts liegen, die werden sich also auch bei uns nicht hängen lassen", prophezeite Slomka. Er verwies jedoch auch darauf, dass man die Bayern in drei der letzten vier Heimspiele besiegen konnte (1:0, 3:1, 2:1). "Vielleicht können wir so etwas wie deren Angstgegner hier bei uns werden", meinte Slomka.

dpa


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