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Trainer Dieter Hecking will sich mit dem VfL Wolfsburg beim FC Bayern nicht verstecken.

Trainer Dieter Hecking will sich mit dem VfL Wolfsburg beim FC Bayern nicht verstecken. © Julian Stratenschulte

Fußball

Hecking: Platz neun, zehn oder elf bei VW nicht drin

Ex-Meister VfL Wolfsburg startet mit großen Ambitionen in die neue Saison der Fußball-Bundesliga. "In allen drei Wettbewerben sind wir angriffslustig", sagte Trainer Dieter Hecking im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Wolfsburg. Einen Sieg im Eröffnungsspiel am Freitag bei Bayern München (20.30 Uhr) hält der 49-Jährige nicht für ausgeschlossen.

Die Bayern haben zur Zeit einige Probleme. War der Zeitpunkt nie so günstig wie jetzt gleich zu Saisonbeginn, sie zu schlagen?

 

Dieter Hecking: Wir haben auch Verletzte und hatten auch Spieler bei der WM. Da haben wir fast die selben Voraussetzungen. Wir hatten unsere Probleme in der Vorbereitung, auch in Hamburg beim Spiel gegen die Bayern. Aber wir gehen das Spiel mit der bestmöglichen Einstellung an, und wenn sie Schwächen zeigen, dann wollen wir da sein. Wir müssen uns ja auch nicht kleiner machen, als wir sind. Aber wir brauchen einen richtig guten Tag, um die Bayern in Schwierigkeiten zu bringen.

 

Viele sehen Sie als ein Team an, dass den Bayern in dieser Saison Probleme bereiten kann. Sehen sie das anders?

 

Hecking: Ja, denn Bayern München ist im Vergleich zu den anderen Mannschaften eine Stufe höher. Im Vergleich zu Dortmund vielleicht nur eine halbe, aber im Vergleich zu Leverkusen, Schalke, Gladbach und uns sind sie ganz anders aufgestellt.

 

Sie spielen wieder international. Ist der Druck nun größer, jedes Jahr in Europa dabei zu sein?

 

Hecking: Ich empfinde in meinem Job wenig Druck. Ich sehe das eher als Herausforderung an. Druck ist immer etwas Negatives. Es gibt Menschen, die haben viel, viel mehr Druck. Ich habe das große Glück, im Trainerberuf tätig zu sein. Da will ich nicht von Druck sprechen.

 

Ist die Anspruchshaltung von VW ein Problem?

 

Hecking: Volkswagen ist weltweit das zweitgrößte Unternehmen seiner Branche und auf dem Weg, das größte zu werden. Da ist dieses Denken um Platz neun, zehn oder elf gar nicht drin. Auch Klaus Allofs und ich wollen ja den größtmöglichen Erfolg mit dem VfL. Wir sind da in einem Kreis von Mitbewerbern, die alle das gleiche Ziel haben. Da entscheiden Nuancen. Letzte Saison haben uns ein Punkt und das schlechtere Torverhältnis von der Qualifikation zur Champions League getrennt. Es ist natürlich der Anspruch bei Volkswagen, dass der VfL mittelfristig in der Champions League spielt, und das wollen wir auch. Aber im Moment tun wir gut daran, die Leistung aus der vergangenen Saison erstmal zu bestätigen. Auch die Europa League kann am Ende ein großes Renommee bedeuten, wenn wir es schaffen können, in diesem Wettbewerb erfolgreich Fußball zu spielen.

 

Trägt VW das mit, wenn es noch mal eine Saison ohne internationalen Fußball gibt?

 

Hecking: Klaus Allofs steht in einem engem Austausch mit den Verantwortlichen. Wir verfolgen gemeinsam das gleiche Ziel, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Wir wollten das Ganze erst einmal auf ein konstantes Fundament stellen, das haben wir geschafft. Jetzt wollen wir uns permanent punktuell verstärken. Ich denke, dass uns das bislang auch schon gut gelungen ist. Es ist gut, den Weg der kleinen Schritte weiter zu gehen. So wie Leverkusen und Schalke, die es geschafft haben, dauerhaft die internationalen Plätze zu erreichen.

 

Gemessen an den beiden Clubs würde das die Champions League bedeuten...

 

Hecking: Ich schließe das nicht aus, kann es aber nicht als Ziel ausgeben, weil das von vielen Faktoren abhängt und die Leistungsdichte sehr eng ist.

 

Was ist in der Europa League für Wolfsburg drin?

 

Hecking: Wenn wir maximalen Erfolg haben wollen, dann gilt das für jeden Wettbewerb. In der Europa League sollte es uns egal sein, ob wir am Ende in Lostopf zwei oder drei sind. Wir haben eine gute Mannschaft, die weit kommen kann. In allen drei Wettbewerben sind wir angriffslustig.

 

Nach dem WM-Titel und einigen Rücktritten befindet sich die Nationalelf im Umbruch. Sind Robin Knoche, Maximilian Arnold oder Sebastian Jung geeignete Kandidaten dafür?

 

Hecking: In erster Linie liegt es an den Spielern selbst. Wir spielen jetzt international. Das ist eine Plattform, auf der sie sich präsentieren können. Leistung wird honoriert. Bei Maxi Arnold im offensiven Mittelfeld gibt es natürlich insgesamt hohe Qualität in ganz Deutschland. Da hat er im Vergleich zu Robin Knoche oder Sebastian Jung die schwierigsten Voraussetzungen. Er ist aber noch jung genug. Da muss er nicht ungeduldig werden, wenn er bei den Länderspielen erstmal nicht dabei ist. Für ihn wird es wichtig sein, sich über die U21 zu empfehlen. Was Robin Knoche betrifft, war ich über die Aussage von Horst Hrubesch verwundert, dass er Matthias Ginter und Shkodran Mustafi bei der U21 vor Robin Knoche sieht. Robin hatte sicher das gleiche Niveau wie Mustafi. Das muss er aber jetzt bestätigen. Er könnte ein interessanter Spieler für die Nationalmannschaft werden. Es muss jetzt sein Ziel sein, Mustafi bei der U21 zu verdrängen. Das erwarte ich von ihm.

 

ZUR PERSON: Dieter Hecking (49) ist seit Jahresende 2012 Trainer beim VfL Wolfsburg. Zuvor war der frühere Profi Chefcoach bei den Regionalligisten Verl und Lübeck sowie in Aachen, Hannover und Nürnberg in der 2. und 1. Bundesliga. In der vergangenen Saison führte Hecking Wolfsburg wieder in den Europapokal. Dort war der VW-Club letztmals 2009/2010 vertreten.

dpa


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