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Leverkusen steckt in der Krise.

Leverkusen steckt in der Krise. © Federico Gambarini

Fußball

Harakiri-Gefahr bei Bayer - Kölner feiern nach 2:1

Die spektakulären Torespektakel von Bayer Leverkusen täuschten darüber hinweg, dass dabei nicht viel Zählbares heraussprang. Nach dem 1:2 im rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln kommt Krisengerede auf. Trainer Schmidt spricht von einer "schwierigen Phase."

Leverkusen. Nach der bitteren Pleite im rheinischen Derby kommt bei Bayer Leverkusen langsam Krisengerede auf.

"Das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Die Moral stimmt, aber dafür können wir uns nichts kaufen", sagte Sportdirektor Rudi Völler verärgert nach dem 1:2 (1:1) des Werksclubs gegen den 1. FC Köln - der dritten Pflichtspiel-Niederlage in Serie und dem Abrutschen auf Tabellenrang acht - direkt hinter den Erzrivalen aus Köln.

"Wir haben insgesamt ein paar Punkte zu wenig, auch wenn wir ein paar mehr verdient hätten", sagte Bayer-Cheftrainer Roger Schmidt und beschwichtigte: "Der Abstand ist nicht so riesengroß zu den Plätzen, wo wir hin wollen. Es ist aber nur ein schwacher Trost, weil es für uns eine schwierige Phase ist." Die tollkühnen Torspektakel gegen den AS Rom (4:4/3:4) und den VfB Stuttgart (4:3) täuschten über den Negativtrend der vergangenen Wochen hinweg. In der Bundesliga stehen fünf Siegen auch fünf Niederlagen gegenüber. Dabei wurde mit 14 Treffern nicht nur die schlechteste Ausbeute seit 24 Jahren erzielt, sondern Bayer kassierte schon 16 Gegentore. In der Champions League droht zudem nicht nur das Aus. Sollte die nächste Partie bei Bate Borissow am 23. November verloren gehen, wäre sogar die Fortsetzung in der Europa League akut in Gefahr.

Besonders die negative Torbilanz wirft die Frage auf, ob der belastungsintensive Schmidt’sche Offensivstil nicht doch zu viele Harakiri-Gefahren hat. "Es jetzt wieder die Variante, der Trainer hat zu viel gewechselt und hat zu offensiv spielen lassen", sagte Völler zu der erwarteten Kritik an seinem Chefcoach. "Wenn man zwei Standardtore rein bekommt, hat das damit nichts zu tun."

Tatsächlich waren zwei Freistöße der Ausgangspunkt für den Doppelpack des Kölner Innenverteidigers Dominic Maroh (17./72.). Bayer kam zwar zum 1:1 durch Javier Hernandéz (33.), wurde nach der laut Schmidt diskussionswürdigen Roten Karte für Kyriakos Papadopoulos (53.) aber vom Trainer nicht angehalten, mehr auf die Defensive zu achten. Dies konnte auch Völler nicht verstehen: "Man muss auch mal versuchen, unentschieden zu spielen." Nach der Länderspielpause fordert er eine Wende. "Wir sind in der Lage eine Serie zu starten."

Restlos bedient war nach der ersten Derby-Niederlage gegen Köln in der BayArena seit vier Jahren Bernd Leno. "Das war ein Scheiß-Abend für uns", schimpfte der Bayer-Torwart und versprach: "Aber wir greifen nach der Länderspielpause wieder an."

Die Kölner kosteten dagegen die gewonnene Machtprobe aus und feierten nach zuvor vier Pflichtspielen ohne Sieg den wichtigen 200. Auswärtserfolg in der Bundesliga und schon vier Tage vor dem 11.11. Karneval. "Der Schlusspfiff war eine Mischung aus Erleichterung, ein bisschen stolz und purer Freude. Solch einen Tag hatte ich noch nicht oft", freute sich Matchwinner Maroh. "Am Ende gab es nur drei Punkte, aber emotional ist das schon bedeutsam", sagte FC-Manager Jörg Schmadtke. "Der Karneval fängt bald an. Das spielt schon eine Rolle."

dpa


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