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Der HFC Falke will enttäuschten HSV-Fans eine neue Heimat bieten.

Der HFC Falke will enttäuschten HSV-Fans eine neue Heimat bieten. © Axel Heimken

Fußball

HFC Falke - Enttäuschte HSV-Fans gründen neuen Club

So ganz loslassen wird sie der Hamburger SV wohl nie, daraus machen die Gründer des HFC Falke keinen Hehl. Und auch in den HSV-Farben Schwarz-Weiß-Blau soll es für sie weitergehen, wenn auch nicht im Volkspark, in den HFC-Präsidentin Tamara Dwenger und ihre Mitstreiter jahrein jahraus pilgerten.

Hamburg. Denn künftig heißt es Neunt- statt Erstliga-Fußball, Basisdemokratie statt ausgegliederte Fußball-AG und "Nur der HFC" statt "Nur der HSV". Der Auftakt ist schon mal geglückt. 750 Zuschauer strömten zur Pflichtspiel-Premiere in den Stadtteil Stellingen und verfolgten den 3:0-Sieg in der ersten Runde des Hamburg-Pokals gegen den SV West-Eimsbüttel.

Und das Ganze unter für Kreisklassen-Verhältnisse höchst ungewöhnlichen Begleiterscheinungen: So gab es eine Choreographie unter dem Motto "Kämpfen & Glänzen", einen Merchandising-Stand mit reißendem Absatz, Dutzende Zuschauer in HFC-Trikots, Schlangen vor den Bier- und Wurst-Ständen, mehr als 120 verkaufte Dauerkarten und nach Schlusspfiff einen Tanz von Spielern und Fans zu "Humba Täterä".

"Es war total genial. Darauf haben wir ein Jahr hingearbeitet", sagt Mitinitiator Philipp Markhardt. Und auch die Verantwortlichen des Hamburger Fußball-Verbandes zollen Respekt: "Das ist eine Belebung des Amateurfußballs", sagt Sprecher Carsten Byernetzki.

Wer wissen will, warum sich Dwenger und Co. vom HSV losgesagt haben, muss auf den 25. Mai 2014 zurückblicken. Damals stimmten fast 87 Prozent der Mitglieder für die Umwandlung des Bundesligisten in eine Aktiengesellschaft. "Die Ausgliederung war der Tropfen auf dem heißen Stein", sagt Dwenger. Sie habe gedacht: "Das ist wahrscheinlich das letzte Mal, dass ich für Jahre in diesem Stadion gewesen bin."

Direkt danach habe sie sich mit Markhardt und anderen Weggefährten versammelt. Sie seien sich einig gewesen, dass sie diesen Weg nicht mitmachen können, sagt Dwenger. Keinen Monat später war der HFC Falke gegründet - und dies in bewusster Anlehnung an die Ursprünge des HSV.

Dass die "Falken" in den Farben des HSV spielen sollten, sei sofort klar gewesen. "Jeder, der zu uns kommt, muss verstehen, dass dieser Verein schwarz-weiß-blaues Blut hat", sagt Dwenger. Mittlerweile hat der Club 350 Mitglieder - Tendenz steigend. "Wir sind der erste Verein von Leuten, die sich von einem Bundesliga-Club abgewendet haben und sagen: Wir machen was Eigenes", sagt Markhardt. Wobei die "Falken" keine "Anti-Veranstaltung" zum HSV sein wollen, wie Dwenger betont, "sondern wir wollen eine Alternative sein für jeden, der sich vielleicht nicht mehr so zu Hause fühlt".

Vorbild des HFC ist der FC United of Manchester. Diesen basisdemokratischen Club hatten im Sommer 2005 enttäuschte Fans von Manchester United gegründet, nachdem der US-Milliardär Malcolm Glazer den Verein übernommen hatte. Mittlerweile spielt der FC United im eigenen Stadion in Liga sechs - eine ähnliche Erfolgsstory schwebt auch Dwenger vor. "Das klare Ziel für uns ist die Oberliga." Dorthin wolle man in sieben bis zehn Jahren ankommen.

So ganz gelingt es Dwenger aber nicht, sich vom HSV loszusagen. Als die Labbadia-Elf am 1. Juni in der Relegation gegen Karlsruhe mit dem Rücken zur Wand stand, drückte auch die 29-Jährige vor dem Fernseher die Daumen. "Ich kann ihnen keinen sportlichen Misserfolg wünschen."

Kein Wunder, dass sie sich sehr freute, als der HSV dem HFC vor dem ersten Pflichtspiel via Twitter "viel Glück" wünschte. Denn aus ihrem Herzen macht Dwenger keine Mördergrube. "Der HSV ist die größte Liebe meines Lebens, der HFC Falke ist die verrückte Idee meines Lebens."

dpa


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